Leverkusen: Neuer Campus: zwei Favoriten
VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS - zuletzt aktualisiert: 16.02.2011Leverkusen (RPO). Wichtig war der Jury, dass das Fachhochschulgebäude auf dem Gelände der Neuen Bahnstadt Opladen kein "akademischer Durchlauferhitzer" wird. Jetzt werden die Entwürfe nachgebessert, dann entschieden.
Wer die Wahl hat, hat die Qual – und so verwundert es nicht, dass sich die Jury nicht entscheiden konnte. Das Land NRW hatte einen Generalwettbewerb für den Campus Leverkusen ausgelobt – auf dem Gelände der neuen Bahnstadt soll Mitte 2014 der Campus der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der Fachhochschule (FH) Köln eröffnen.
20 Architekten entwarfen, was das Zeug hielt. Und sollten dabei zwei Dinge erfüllen, wie Prof. Dr. Joachim Metzner, Präsident der FH, gestern erklärte: "Es muss sich tatsächlich um einen Campus handeln – einen Ort, an dem Gemeinschaft entstehen kann, der kein akademischer Durchlauferhitzer ist. Und zweitens soll der Campus sich nicht vom lokalen Umfeld abschotten. Wir wollen keine Elfenbeintürme."
Öffentliche Führung
Am Freitag, 18. Februar, gibt es um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die Ausstellung zur neuen Bahnstadt Opladen im Verwaltungsgebäude Goethestraße.
Sehr kompakt oder sehr luftig
Am Ende einigten sich die Jurymitglieder unter dem Vorsitz von Kaspar Kraemer auf zwei Entwürfe, die jetzt nachgebessert und dann den Ministerien, die für den Bau verantwortlich sind, vorgestellt werden. Der eine Entwurf von "augustinundfrankarchitekten" aus Berlin ist "sehr kompakt, hat eine hohe Verdichtung, da sich alle Funktionen wie beispielsweise die Labore in einem Baukörper befinden", erklärte Kraemer. "Der Nachteil hier ist, dass es wegen der Enge bedrückend wirken könnte."
Der zweite Entwurf kommt von "Kresing Architekten" aus Münster. Die setzen auf eine "sehr klare und funktionale Ordnung, der Campus ist hier sehr offen und luftig", wie Kraemer beschreibt. Von Seiten des Nutzers, also der FH, werde dieser Entwurf favorisiert. "Über das Dach haben wir allerdings sehr kontrovers diskutiert. Auch die Glasfront ist vermutlich zu teuer, da muss nachgebessert werden."
Zum Zeitplan erklärte Wolfgang Eifler vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der das Gebäude dann an die Fachhochschule vermietet: "Wir wollen Ende 2012 mit dem Bau beginnen und Mitte 2014 soll der Campus fertig sein."
Darauf freut sich auch Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn: "Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler", sagte er gestern. "Wir warten mit freudiger Ungeduld – mein Favorit ist im Übrigen der aus Münster." Paul Hebbel, Aufsichtsratsvorsitzender der Bahnstadt, verglich das Gelände (ca. 72 Hektar) gar mit dem Vatikan (44 Hektar): "Auch das macht klar: Das ist das bedeutendste Projekt in der Stadtentwicklung, seitdem Bayer an den Rhein gekommen ist."
Ausstellung Die Sieger-Entwürfe sind bis 3. März, montags bis freitags (9-18 Uhr), im Karl-Schüssler-Saal der FH Köln in Deutz zu sehen (Betzdorfer Straße 2).
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