Opladen: Opladener Lückenschluss
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 02.12.2008Opladen (RPO). Mit dem symbolischen Spatenstich wurde gestern die Bauphase des Wohn- und Geschäftskomplexes an der Düsseldorfer Straße eingeläutet. Das Nachbargelände samt Berufsschule wurde auch vom Bauverein gekauft.
Mit Erdwärme heizen
Alles Warme kommt von unten: Der Wohn- und Gewerbekomplex an der Düsseldorfer Straße soll mit Erdwärme beheizt werden. Aufschluss darüber, wie tief gebohrt werden muss, soll erstmal eine Probebohrung in den kommenden Wochen bringen. Bauverein-Geschäftsführer Bernd Fass geht aber schon jetzt von deutlich über hundert Metern aus.
Die Neuigkeit fand in der Rede von Bernd Fass keine Erwähnung. Der Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO) erzählte von der rosigen Vergangenheit und Zukunft des Areals an der Düsseldorfer Straße zwischen Remigius-Kirche und dem ehemaligen Kockenberg-Möbelhaus. Aber dass der Bauverein das Nachbargelände samt Berufsschule von der Stadt erworben hat, „das tut nichts zur Sache“, winkte Fass, später von Stadtkämmerer Rainer Häusler auf den Kauf angesprochen, ab. Es ändere sich ja nichts für die Schüler.
Fass wollte gestern lieber die Aufmerksamkeit der 40 Anwesenden auf diese eine Sache lenken, die an der Düsseldorfer Straße viel verändern soll. Mit dem symbolischen Spatenstich wurde die Bauphase des Wohn- und Geschäftskomplexes eingeläutet. Innerhalb eines Jahres soll auf einer Grundfläche von 2600 Quadratmetern der Rohbau entstehen, der 60 Wohnungen (insgesamt 5000 Quadratmeter) sowie Arzt- und Therapiepraxen, Büros- und Gewerbeflächen (insgesamt 4500 Quadratmeter) beherbergt. Bis Ende 2010 wird das Objekt laut Zeitplan bezogen, dann sollen sich die 17,5 Millionen vom GBO investierten Euro auszahlen.
Gestern – ein Jahr nachdem die ersten Skizzen angefertigt wurden – dankten sich Vertreter von Verwaltung, Politik und Hausherren (der GBO verlagert seine Geschäftsstelle in das Gebäude) gegenseitig. Bezirksvorsteher Heinz-Gerd Bast pries das „beispielhafte Engagement“ des GBO – an dem er nicht unbeteiligt war: Er machte Fass das Areal nach jahrelangem Hin und Her (Stichwort: Pässler-Projekt) schmackhaft. Oberbürgermeister Ernst Küchler setzte das Geschehen in historischen Kontext und erinnerte an die „einst stolze Kreisstadt Opladen“, die „mental unter der kommunalen Neuordnung gelitten hat“ und jetzt mit Kombibad, Neuer Bahnstadt samt Campus und GBO-Bau auf dem Weg zum „Schmuckstück“ sei.
Nicht nur die Resonanz von offizieller Seite ist positiv. Auch Interessenten gibt es viele. Auf jede Wohnung kommen 2,5 Bewerber. „Auch wenn erfahrungsgemäß einige noch Rückzieher machen, gehen wir von einer Vollvermietung aus“, sagte Fass, bevor er doch noch die Motive für den Schul-Kauf ausführte: „So wird ein störungsfreier Betrieb der Schule gewährleistet. Es gibt zum Beispiel keine Probleme rund um die Zufahrt zu klären, weil es nur noch einen Besitzer gibt.“
Mit dem Berufsschulzweckverband wurde ein Mietvertrag über zehn Jahre geschlossen. Derzeit gibt es neue Schallschutzfenster für die Schule. Und sonst? „Wir werden die Heizungen erneuern.“ Die Fassade soll aufgehübscht werden.
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