Leverkusen: "Plus": alles halb so schlimm
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 21.11.2007Leverkusen (RPO). Eine herrliche architektonische Schönheit ist er gerade nicht, eher ein schräger Zweckbau mit Wellblechcharakter – der Plus-Markt in Alkenrath. Morgen ist Eröffnung. Hier eine Bestandsaufnahme.
Die Regale sind bereits eingeräumt, die Lichtreklame leuchtet schon, Arbeiter kehren den Parkplatz und schneiden letzte Holzleisten zurecht. Der große Schriftzug verrät es jedem Fußgänger und Autofahrer auf der Alkenrather Straße: Am Donnerstag eröffnet Plus. Ab 8 Uhr können sich Kritiker wie Befürworter des Marktes ein eigenes Bild vom Resultat machen.
„Ich schaue es mir in jedem Fall an“, bemerkt Bruno Kaesler. Er gehörte zu den Skeptikern und den Initiatoren einer Unterschriftenaktion, mit der Stimmen gegen die Umwandlung des Parks in Parkplätze gesammelt wurden. Inzwischen fällt sein Urteil moderat aus: „Plus hat das Beste daraus gemacht. Ich habe es mir schlimmer vorgestellt“, sagt der Anwohner beim Blick auf den Neubau samt Außenanlage. Auch die Stör-Geräusche hielten sich laut Kaesler in Grenzen: „Von der Warenanlieferung habe ich nichts mitbekommen.“
Plus-Erinnerungen
Das Projekt „Plus-Markt“ stand wochenlang in der Kritik. Die Gegner störten sich etwa an der Größe des Parkplatzes, der als überdimensioniert eingestuft wurde. Anwohner befürchteten den neuen Lärm, den die Anfahrt der Kunden verursachten. Ab Donnerstag läuft der Praxistest.
Auch die Begrünung und die Wegeführung um das Gelände finden sein Wohlwollen. Obwohl abzuwarten bleibt, wie das Areal erscheint, wenn die bislang hüfthohe Hecke zwischen Teich und Parkplatz „ausgewachsen“ ist. Auch die drei Stufen beim Anstieg vom Teich zur Nikolaus-Groß-Straße dürften noch einigen Müttern mit Kinderwagen zu schaffen machen.
Statt rund einem Dutzend Parkplätze, die Plus-Kunden bislang an der Filiale an der Theodor-Haubach-Straße zur Verfügung stehen, sind es fortan fünf Dutzend. „Es sind genau 61. Ich habe nachgezählt“, erwähnt ein Zaungast bei seiner Betrachtung des umgestaltete Geländes des ehemaligen Bayer-Kaufhauses.
Sein einziger Kritikpunkt gilt dem „Wellblech-Charakter“, der vom Gebäude ausgehe. Eine Passantin bemerkt im Vorbeigehen: „Ich freue mich auf die Eröffnung. Dann muss ich hundert Meter weniger zum Supermarkt laufen.“ Ein Mann steht mit leerer Einkaufstüte vorm Eingang. Zu früh dran? Nein! „Ich wollte bloß schauen“, sagt er und schlendert in Richtung des „Auslaufmodells“ von Plus-Markt an der Theodor-Haubach-Straße davon.
Die große Aufregung um den Markt hat sich gelegt. Lediglich ein paar Punkte geben Anwohner Kaesler zu denken. Etwa: Ob der Plus ein Plus bleibt oder bald zum Netto-Markt wird, wie er vermutet (weil Edeka die Plus-Kette jüngst aufgekauft hat)?
Außerdem ist der Anwohner „sehr gespannt, wie sich das mit der Zufahrt entwickelt.“ Denn die Zeile zur Anlieferung liegt tatsächlich sehr nahe an und parallel zur Alkenrather Straße. „Die großen Lkw. kommen dort nicht um die Kurve“ ohne dass der Verkehr auf der Alkenrather Straße in beide Richtungen angehalten werde, sagt Kaesler.
Als potenzielle Gefahrenstelle muss die Parkplatz-Zufahrt zur Alkenrather Straße auf jeden Fall eingestuft werden: Fahrradfahrer, Fußgänger, Durchgangsverkehr in beiden Richtungen, abbiegende Pkw zum Parkplatz und zum Marktplatz – Da hat der Autofahrer einiges zu koordinieren. Ein bisschen Spannung bleibt also noch erhalten.
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