Leverkusen: Politiker unter Lärmdruck
zuletzt aktualisiert: 20.08.2010Leverkusen (RPO). Die Leverkusener Stadtverwaltungsspitze hat die Diskussion um die Zukunft des Europarings in Küppersteg verschärft. Die jetzt verkündete Tempodrosselung wird als schnelles und kostenfreies Instrument gegen den Lärm deklariert. Natürlich werden in den ersten Tagen nach der Umstellung von 80 km/h auf 60 km/h zahlreiche Pkw-Fahrer zu schnell fahren, eine "Blitze" auslösen und Knöllchen kassieren. Aber der Stadtspitze zu unterstellen, die Autofahrer abzocken zu wollen, um die Kasse zu füllen, ist in diesem Fall falsch.
Die Stadt setzt aber sich und die Politiker schwer unter Druck. Jetzt heißt es, in Küppersteg zu handeln, Entscheidungen zur Sanierung der maroden Stützwände zu fällen. Das beste Mittel gegen Lärm wäre ein Deckel über dem Europaring (wie es auf der A1 bei Köln geschieht). In weiten Bereichen von Küppersteg ginge dies, weil die Schnellstraße tiefer liegt. Mit Blick auf Lärmreduzierung kann sich die Stadt jede Planung sparen, die ein Zuschütten der B 8 vorsieht und den gesamten Verkehr ebenerdig führt.
Die Frage bleibt: Was geschieht gegen die anderen Lärmquellen? Kommt ein verschärftes Tempolimit auf den Autobahnen? Müssen die Eisenbahnen langsamer und damit leiser fahren? Wird auf der Gustav-Heinemann-Straße – etwa Höhe Alkenrath – durchgängig auf 50 km/h reduziert? Der Lärm ist überall – und störend. (US)
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