Leverkusen: Polizeitaucher als Lebensretter
VON BARBARA SCHMICKLER - zuletzt aktualisiert: 19.08.2009 - 18:49Leverkusen (RPO). Schon aus der Ferne war der Polizeihubschrauber über Hitdorf zu sehen. Zum ersten Mal haben zehn Taucher mit einem Helikopterteam dort am Rheinufer geübt, Menschen aus dem gefährlichen Fluss zu ziehen.
„Bitte alle weggehen, es wird laut und windig”, ruft Pilot Fritz Pfau seinen Kollegen zu. Kurz darauf beginnen sich die Propeller zu drehen, der Polizei- Hubschrauber hebt ab. Neben dem Hitforfer Yachthafen übte die Polizei am Mittwoch zum ersten Mal die Luftrettung einer Person bei Hochwasserlage.
„Ziel ist es, dass Taucher und Hubschrauberbesatzung Hand in Hand arbeiten”, erklärt Thorsten Schmidt, zuständig für die Wuppertaler Polizeitaucher. Einfach ist die blinde Verständigung nicht. Obwohl es sich um ausgebildete Polizeitaucher handelt, wurde zunächst im stehenden Gewässer geübt.
Nach einer ersten Probeeinheit an der Wuppertalsperre trauen sich die zehn Taucher nun an den Rhein, in dem nicht geschwommen werden darf. Für die Übung lässt sich einer der Taucher trotzdem im Rhein treiben. Er spielt das Opfer.
Einsatz beim Oder-Hochwasser
Schnell fliegt der Hubschrauber an den Einsatzort. Ein Besatzungsmitglied ist als Operator zuständig. Wenn der Hubschrauber in Position ist, lässt er einen Taucher mit der Rettungswinde Richtung Wasser. Der Polizist trägt einen gelben Helm, Neoprenanzug und Wasserstiefel. Vorsichtig legt er dem Opfer zwei Rettungsschlingen um. „Damit minimieren wir die Gefahr des Bergetodes”, sagt Schmidt.
In einer Liegesitzposition werden die Beiden hochgezogen. „Mit unseren Seilen können wir bis zu 100 Meter hoch”, berichtet Fritz Pfau von der Fliegerstaffel NRW. Für die Übungen fliegt der Hubschrauber 15 bis 25 Meter hoch, bei einem echten Einsatz geht‘s noch weiter. „Die Verwirbelung im Wasser birgt Lebensgefahr”, erklärt er.
Bei dem Hubschrauber handelt es sich um einen Eurocopter EC 155, der über 14 Meter lang und über vier Meter hoch ist. Hubschrauber dieses Typs wurden bei großen Hochwassern wie 2002 an der Oder eingesetzt. Dann werden die Opfer aus dem Wasser gezogen oder von Hausdächern geborgen.
Für zwei Hubschrauber- Piloten bedeutet die Übung in Hitdorf eine Premiere. Auch die Taucher kann so eine Übung zunächst Überwindung kosten: „Es ist schon gewöhnungsbedürftig, zum ersten Mal an einem so dünnen Seil runtergelassen zu werden”, sagt Pfau, der nur außerhalb des Cockpits unter Höhenangst leidet.
Die nächste Übung in Hitdorf ist schon geplant: „Die Taucher haben genug Raum, der Landeplatz für den Hubschrauber ist auch gut”, sagt Schmidt und zeigt auf die große grüne Wiese, direkt neben dem kleinen Hafen. Im Oktober wird wieder geprobt. „Vielleicht haben wir dann Glück und das Wetter wird schlecht”, scherzt der Polizist. Zwar gefällt ihm die Sonne, doch im Ernstfall ist es oft trübe und nebelig und die Sicht ist erschwert.
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