Leverkusen: Portz-Triumph im Dreikampf
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 17:45Leverkusen (RPO). Der Mülheimer CDU-Vorsitzende stach Helmut Nowak und Dr. Dr. Jörg Ferber aus und wurde mit großer Mehrheit zum Bundestagskandidaten der Christdemokraten im Wahlkreis Leverkusen/Mülheim gewählt.
Erst ging ein Raunen durch den Saal, dann brach spontaner Jubel aus. Der Mülheimer CDU-Vorsitzende Dr. Thomas Portz triumphierte beim Dreikampf um die Bundestags-Kandidatur im Wahlkreis Leverkusen/Mülheim. Er verblüffte alle Anwesenden im Terrassensaal des Forums mit einem Sieg schon im ersten Wahlgang und verwies Helmut Nowak und Dr. Dr. Jörg Ferber deutlich auf die Plätze.
153 Stimmen entfielen auf ihn. Wenigstens 33 davon erhielt er aus den Reihen der Leverkusener Christdemokraten. Deren Führung ging mit dem Vorschlag Ferber baden. Ferbers Rede – mit vielen Längen und Anleihen bei Bismarck – erhielt wenig Applaus, er selbst nur magere 78 Stimmen – gerade einmal 13 mehr als Helmut Nowak.
„Die perfekte Symbiose“
Portz hatte in seiner Rede mit viel Erfolg die Köln-Leverkusen-Karte ausgespielt. „Ich bin die perfekte Symbiose unseres Wahlkreises“, betonte der Vorsitzende der Mülheimer CDU in Stadtbezirk, Ortsverband und Fraktion für die Bezirksvertretung. Als einziger der Bewerber erblickte er in Leverkusen das Licht der Welt: geboren wurde er vor ziemlich genau 43 Jahren im St. Joseph Krankenhaus in Wiesdorf.
Seit Generationen lebt die Familie seines Vaters dort, die der Mutter ebenso lange in Köln-Buchforst. Portz ging bei der Bayer AG in die Lehre, für die er später von 2003 bis 2007 auch die Konzernrepräsentanz in Berlin leitete, und promovierte zum Dr. phil. mit einer Arbeit über den Einfluss von Carl Duisberg auf die deutsche Außenpolitik im Ersten Weltkrieg.
Sympathie für Lauterbach
Mit seinem Gegner im Wahlkampf hat er sich eingehend beschäftigt. „Politisch stehen ich und Karl Lauterbach uns diametral gegenüber. Menschlich finde ich ihn allerdings durchaus sympathisch“, verriet er. Detaildiskussionen über Gesundheitspolitik wolle er mit dem Sozialdemokraten unterlassen, da dabei Nicht-Eingeweihte nur schwer mitkommen würden. Die Chancen, den Wahlkreis zu gewinnen, bewertet Portz als ausgesprochen gut – auch wegen des Bundestrends. „Die Wahl in Bayern hat gezeigt, dass es keinen Steinmeier/Müntefering-Effekt gibt und die PDS (Portz sagt nicht Linkspartei) gräbt der SPD massiv Stimmen ab. Das macht es einfacher“, betont er.
Er werde – gemeinsam mit den Christdemokraten aus Kölns Stadtbezirk Mülheim und Leverkusen – „einen Weltklasse-Wahlkampf machen“. Für den sagten auch der sichtlich enttäuschte Ferber und der vergleichsweise unbeeindruckte Nowak ihre Unterstützung zu. Zentrales Thema soll dabei die Frage sein, was dem Bürger am Ende des Monats in der Tasche bleibe.
„Ich hoffe, dass das Sympathiebild auch der politischen Effizienz entspricht – dass Portz nicht nur oberflächlich überzeugt, sondern auch Tiefgang beweist“, sagte Ferber. Die Reaktion auf die Vorstellungsreden habe ihn schon auf eine mögliche Niederlage vorbereitet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






