Opladen: Protestieren – aber richtig
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 05.05.2009Opladen (RPO). Polizei und Schulleitungen geben Schülern Verhaltensregeln an die Hand, damit es bei Protesten keinen Ärger gibt. Hintergrund ist der bevorstehende zweite so genannte Anti-Islamisierungs-Kongress von "Pro Köln" und "Pro NRW".
Am Landrat-Lucas-Gymnasium lernen die Schüler eine Menge – seit gestern auch das richtige Demonstrieren. Anlass sind die Aktionen gegen den zweiten "Anti-Islamisierungs-Kongress" der so genannten Bürgerbewegung "Pro Köln"/"Pro NRW" am 9. Mai. "An denen werden wohl zahlreiche Schüler teilnehmen. Wir wollen Hilfestellungen geben, um zu verhindern, dass sie dabei mit dem Gesetz in Konflikt kommen", sagte Christof Haering. Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums nahm an einer Informationsveranstaltung der Kölner Polizei teil. Das dort Gehörte vermittelte er gestern morgen den Klassensprechern der Stufen 8 bis 13. Die sollen das Thema nun – gemeinsam mit den Klassenlehrern – in den Orientierungsstunden zur Sprache bringen. Jeder Schüler erhält zudem ein Merkblatt mit den wichtigsten Empfehlungen. "Ganz elementar ist es, sich selbst friedlich zu verhalten und möglichst weit von Leuten fern zu bleiben, die aussehen, als wären sie gewalttätig", sagte Dominic Köppen. Er ist Mitglied im Vorstand der Schülervertretung (SV). Das Gremium entschied sich gestern in Absprache mit Haering, spontan auch die Klassensprecher zu unterrichten.
Ruhe bewahren
Auch friedlichen Demonstranten kann es passieren, dass sie von der Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. "Wichtig ist es, die Ruhe zu bewahren und nicht ungeduldig zu werden", betonte Köppen, dem die Teilnahme an den Demonstrationen gegen den ersten "Kongress" selbst eine Ingewahrsamnahme einbrachte.
Ein kritischer Punkt sind bei Demonstrationen die Blockaden, wie sie bei den Gegendemonstrationen zum letzten Anti-Islamisierungskongress als Mittel gewählt wurden. "Das ist natürlich nicht erlaubt", betont der stellvertretende Schulleiter des LLG. Nichts spräche jedoch dagegen, sich bei der Kundgebung der Veranstalter einzufinden und seine Meinung kund zu tun. Das hat nach Informationen von Schülersprecher Nick Acheampong auch eine namhafte Zahl von Opladener Gymnasiasten vor. Viele wollen sowohl zur Kundgebung in Köln fahren als auch zu der in Wiesdorf. Der SV-Vorstand will sich bei den Aktionen gegen den "Kongress" geschlossen einbringen. Für die Kundgebung der Rechtspopulisten in Leverkusen hat das Schülerbündnis gegen Ausländerfeindlichkeit – Arbeitstitel: "LLG bleibt bunt" – sich etwas ausgedacht. "In der Nähe zu den Rechten sollen eigene Flyer verteilt werden", kündigt Köppen an.
Schwarz vermeiden
Er rät allen Schülern und übrigen Demonstranten, auch mit der gewählten Kleidung friedliche Absichten zu zeigen. "Schwarz wird schnell mit dem schwarzen Block assoziiert. Das sollte darum vermieden werden", sagte er.
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