Leverkusen: Rathaus-Galerie: „ein mutiger und spektakulärer Entwurf
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 11:24Leverkusen (RPO). Die Lebensdauer von Leverkusener Rathäusern sinkt. Gerade einmal gut 30 Jahre stand das markante grün-schwarze Rathaus (passt heute farblich irgendwie zur Jamaika-Plus-Ratskoalition), dann rückten die Bagger zum Abriss an. Und schon nach 22 Jahren genügte das Rathaus nicht mehr den Anforderungen an den Brandschutz.
Besonders problematisch aus Sicht der Experten: Dem Gebäude fehlten außen liegende Fluchtwege. Die Drohung der städtischen Bauaufsicht, das Rathaus zu schließen, löste heiße politische Debatten aus innerhalb und außerhalb des Stadtrates.
Riesen-Glashaus
Umbaupläne gab es etliche. Das alte Rathaus sollte einen innen liegenden Lichthof bekommen, damit das Gebäude ohne Klimaanlage auskommen konnte. Andere Planer ummantelten das Rathaus mit einem überdimensionalen Glashaus. Ein Architekt wollte eine Art Kirchturm neben das Rathaus setzen, was die Diskussion weiter anheizte.
Fröhlich wurde mit Zahlen für die Sanierungskosten jongliert. Unter 20 Millionen, an die 30 Millionen oder gar bis zu 60 Millionen Euro, je nach Standpunkt wurden die Zahlen rauf- und runtergerechnet. Per Bürgerentscheid wurde die Sanierung gestoppt, am 12. Dezember 2005 einigte sich der Stadtrat nach europaweiter Ausschreibung , dass die „ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG” die Planung für das ECE-Center aufnimmt. Kritik kam nur noch von Lauf und ProOpladen (heute Opladen Plus). Damit war programmiert, dass Rathaus, Stadthaus und Bayer-Kaufhaus abgerissen wurden. Viele hofften, dass auch das Gebäude der Deutschen Bank verschwinden würde, aber dies klappte nicht.
13 Firmen und Architektengruppen bewarben sich um die Neugestaltung der City. Die Stadt forderte schließlich fünf Unternehmen zur Abgabe eines Angebotes auf:
- Concepta Projektentwicklung Düsseldorf/Westdeutsche
- Immobilienbank ECE Projektmanagement Gmbh & Co. KG, Hamburg
- Heitkamp Developement GmbH, Herne
- MAB Projektentwicklung, Frankfurt
- SEPA Projekt- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Stuttgart.
Die Jury stimmte schließlich für ECE. Das Konzept der Hamburger Geschäftszentrums-Spezialisten sehe drei Baukörper vor, greife die Straßenfluchten auf, begrenze den neuen Friedrich-Ebert-Platz, heißt es in der Bewertung des Konzeptes. Nicht durchringen konnte sich die Stadt übrigens dazu, den Platz vor dem Rathauseingang und dem ECE-Haupteingang in „Rathaus-Platz” umzubenennen.
Ausschlaggebend für die Entscheidung, ECE zu beauftragen, war unter anderem, dass das „Rathausgebäude” ein markantes Element sei, das „an ein UFO einnernd in Form einer Rotunde über dem Shopping-Center zu schweben scheint”. Der Entwurf sei „mutig”, zugleich „spektakulär” und „rational”, hieß es in der städtischen Beschreibung, die dem Stadtrat vorgelegt wurde. Der Entwurf passe sich in die Umgebung ein und gebe der gesamten Situation „einen neuen und in seiner Ausführung einzigartigen Impuls”.
23.000 qm Verkaufsfläche
Als Flächen für das Geschäftszentrum gab die Stadt 2005 an:
- 23.000 qm Hauptnutz- und Verkaufsfläche
- 6900 qm Nebenflächen
- 6700 qm Verkehrsflächen
- 2300 qm Hauptnutzfläche Gastronomie.
Das ECE-Centermanagement sieht für das Einkaufszentrum ein Einzugsgebiet von über 420.000 Besuchern.
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