Alkenrath: Recht auf Bildung
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Alkenrath (RPO). Beim Tag der Schulischen Bildung an Förderschulen besuchten Kommunalpolitiker die Hugo-Kükelhaus-Schule und schauten sich dabei die Einrichtung einmal genau an.
Landesweit wurde am Dienstag der Tag der Schulischen Bildung an Förderschulen begangen. Im Focus stand dabei die „Geistige Entwicklung“ in Nordrhein-Westfalen. Die Hugo-Kükelhaus-Schule nahm die Initiative zum Anlass, Kommunalpolitiker zum Rund gang durch die Einrichtung und eine anschließende offene Diskussion einzuladen.
„Ich verspreche mir davon, dass Politiker als Entscheidungsträger sehen, dass unsere Schüler ein Recht auf Bildung haben“, formulierte Kordula Fundermann, die Schulleiterin der Förderschule für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, ihre Erwartungen. Die besuchen derzeit 127 Schüler, wobei die Nachfrage in den letzten Jahren ständig gestiegen ist.
Hugo Kükelhaus
Die Hugo-Kükelhaus-Schule legt ihren Förderschwerpunkt auf den Bereich der geistigen Entwicklung. Derzeit hat sie 123 Schüler im Alter von 6 bis 19 Jahren inl elf Klassen. Namensgeber Kükelhaus war gelernter Tischler, dann Lehrer, Künstler, Architekt und Schriftsteller. Er entwarfKunstwerke zum Spielen, mit denen die Sinne geschärft werden können.
Anregungen für den Notizblock
Die Stadt habe mit der Durchführung der Sanierungs- und Baumaßnahmen ihre Wertschätzung gezeigt. Die meisten Anregungen und Fragen der Diskussion waren also für den Notizblock von Ursula Monheim bestimmt, die Anliegen in den Landtag einbringen kann. Von dort erwartet man sich beispielsweise aktualisierte Richtlinien, denn die alten stammen aus dem Jahr 1980.
„Bildungsstandards wie bei anderen Schulen müssen auch bei uns gelten“, findet Fundermann. Auch wenn in der Kükelhaus-Schule jeder Schüler individuell nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten gefördert wird. „Ich bin beeindruckt, wie engagiert die Mitarbeitenden sind und wie es ihnen gelingt, Kinder und Jugendliche da abzuholen wo sie stehen“, betonte Michael Schmidt (SPD) nach dem Rundgang durch Klassen- und Therapieräume. Dort konnte man einen Eindruck gewinnen, wie vielfältig die Fördermöglichkeiten im einzelnen sind.
Und die Schulleitung wollte den Politikern dabei auch klar machen, dass gut gemeintes Mitleid nach dem Motto „unsere Armen“ wenig hilfreich ist, wenn es um die Zukunftschancen von jungen Menschen mit einer wie auch immer gearteten geistigen Behinderung geht. Streicheleinheiten sind hin und wieder angebracht, aber auch ihre Schüler brauchten klare Regeln und Anforderungen, erklärte die Schulleiterin.
Die Lokalpolitiker erlebten, wie anspruchsvoll die Bildungsarbeit in den klassischen Unterrichtsfächern Deutsch und Mathematik ist. Als eine von vier Förderschulen mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung in NRW nimmt die Kükelhaus-Schule an der Initiative „Zukunft fördern“ teil. Diese Woche ging es konkret darum, Kompetenzen im handwerklich-manuellen Bereich festzustellen. Aufgabe war, so sorgfältig und schnell wie möglich mit einem Modelliermesser vorgegebene Formen sauber auszuschneiden.
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