Opladen: Reise durch die Liebesliteratur
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 27.04.2007Opladen (RPO). Plattgedrückte Veilchen können auch ein Ausdruck von tiefen Gefühlen sein. Wie Dichter mit dem großen Thema umgegangen sind, zeigten die Schüler der Literaturkurse Stufe 12 der Marienschule auf der Bühne – mit Kreativität.
Moderne digitale Technik und die Liebe scheinen irgendwie nicht zu passen, munkelte man im Atrium der Marienschule. Da zwangen die Tücken der Technik zur spontanen Umstellung des sehr wohl sortierten Programms. Die Zuschauer nahmen es locker und mit so viel Humor, wie die Schüler der Literaturkurse Stufe 12 beweisen hatten, als sie diese kurzweilige Reise kreuz und quer durch die Liebesliteratur vorbereiteten.
Zur Veranstaltung im Rahmen der Buchwoche „Lev liest“ hatten sie Gedichte von Goethe über Heine und Novalis bis hin zu Loriot und Robert Gernhardt gesichtet. Statt die Auswahl einfach von mehreren Schülern vorlesen zu lassen, haben sie aber mit viel Phantasie und Herzblut einen äußerst kurzweiligen Abend bereitet, an dem es nicht nur viel zu hören, sondern auch zu sehen gab.
So hatten beispielsweise Video-Filmer aus dem Kurs die passenden Bilder zur Rezitation von Goethes bekanntem Gedicht „Das Veilchen“ aufgenommen. Die Besucher, zum großen Teil Schüler, hatten ihren Spaß daran, vor allem am Schluss. Denn das Veilchen, das bekanntlich am Busen platt gedrückt wird, wurde hier von einem festen Turnschuh bedroht. Bei ihrem lockeren und manchmal sympathisch respektlosen Umgang mit der hohen Literatur erlaubten sich die Oberstufenschüler auch, die Werke zweier Dichter zu einer neuen Einheit zu vermengen. Auf diese Weise wurde aus Mörikes „Zwei Liebchen“ und Heines „Die Flucht“ eine kuriose kleine Geschichte, die eines rudernden Paares, die auch noch szenisch dargestellt wurde. Bei der bildlichen Darstellung nutzten die jungen Vortragenden alles, was die Technik so hergibt. Neben Film- und Bildeinspielungen oder pantomimischen Darstellungen gab es wunderschöne Szenen als Schattespiel hinter der Leinwand entwickelt oder mit kleinen Figuren auf der Overhead-Folie. Für jeden einzelnen Programmpunkt hatte man sich wieder neues Beiwerk einfallen lassen und so blieb der Abend spannend bis zum Schluss.
Morgenstimmung
Die vielen vorgetragenen Texte wurden ergänzt durch eine Beschreibung nur in Tönen, ein kleines Ensemble spielte Edvard Griegs musikalische Naturbeschreibung „Morgenstimmung“ und später ging es in das Genre Schlager/Pop, das ja zum Thema Liebe bekanntlich einiges hergibt. Beispielsweise der Soundtrack zu „König der Löwen“. Walt Disney bemühte man genauso wie Shakespeare oder Erich Fried. Die genussvolle literarische Reise durch Liebeslust und Liebesleid ergänzte die Catering AG der Marienschule in der Pause um kulinarische Genüsse.
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