Rheindorf: Rock im Gotteshaus
VON MAURICE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 01.11.2010Rheindorf (RPO). Ein eher konservativer Kirchgänger hätte sich am Samstagabend beim Besuch der Hoffnungskirche wahrscheinlich ziemlich erschreckt. Laute Rockmusik dröhnte dem Eintretenden entgegen. Der Grund war der erstmalig stattfindende Rockgottesdienst in der evangelischen Kirche in Rheindorf.
Experiment gelungen
Dort erlebten die Besucher unter dem Motto "Hoffnung rockt – vol 1" eine eher ungewöhnliche Messfeier. Die Band "Divine to the End", die ihren Musikstil selbst als Mischung aus Pop und Metal beschreibt, sorgte für die musikalische Unterstützung. Die ziemlich laut ausfiel. "Es hat uns Riesenspaß gemacht, die Stimmung war einfach toll", erzählte Bandmitglied Roland Scharf. "Eigentlich sind wir keine kirchliche Band, wir haben aber schon einmal in der Christus-Kirche in Wiesdorf gespielt. So ist Jörg Hohlweger auf uns aufmerksam geworden." Für den 52-jährigen evangelischen Pfarrer war schnell klar: "Das Experiment ist gelungen. Die Besucher waren alle begeistert."
Die Idee kam aus der evangelischen Jugend, bald stand fest, dass es kein Konzert, sondern ein Gottesdienst werden sollte. "Da kam ich ins Spiel, ich habe mich um den Ablauf des Gottesdienstes gekümmert. Den Rest haben die Jugendlichen selbst organisiert", sagte Jörg Hohlweger. "Die Resonanz war absolut positiv, die Kirche ist richtig in Schwung gekommen." Das bestätigte auch Andrea Schlieper-Ständer (44), Mitglied im Kirchenvorstand: "Das Motto ,Hoffnung rockt' ist zu spüren gewesen, alle waren voll dabei und haben sich angesprochen gefühlt, egal ob jung oder alt. Mir persönlich hat es super gefallen." Auch Tochter Sophia (15) meinte: "Das war richtig geil, ich habe während der Lieder eine Gänsehaut bekommen."
Das übergeordnete Thema der Veranstaltung war Freiheit. Pfarrer Hohlweger erklärte: "Das hat sich aus den Songs der Gruppe ergeben. Viele Menschen leben heutzutage in Zwängen, die Freiheit ist schon immer bedroht. Die Menschen hatten heute die Möglichkeit, einmal aus sich rauszugehen." Über eine Sache waren sich sowohl Besucher, Bandmitglieder, als auch Pfarrer Jörg Hohlweger einig: "Wir wollen diese Veranstaltung so schnell wie möglich wiederholen."
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