Leverkusen: RP-Kinderkrimi (2): Störung auf der Baustelle oder: Mirko taucht auf
zuletzt aktualisiert: 13.07.2009 - 15:51Leverkusen (RPO). „Machsten da?“ Die Stimme drang schrill von hinten an Leons Ohr. Klingt wie ein Mädchen, dachte Leon, machte eine Faust um den Button und drehte sich rum. Ein paar Zentimeter von seinem Gesicht macht er die rahmenlose Brille auf der spitzen Nase von Mirko Müller-Brinen aus, dem Oberstreber der Klasse.
„Was Du da machst, hab’ ich gefragt?“, jaulte Mirko los. „Nix, ich guck mir die Baustelle an“, gab Leon zurück. Er hatte absolut keine Lust, Mirko Oberschlau in seine Detektivarbeit einzuweihen. Aber im Lügen war Leon leider noch nie gut gewesen. Mirkos Antwort kam prompt: „Glaub’ ich nicht. Hast doch gerade was aufgehoben“, forschte Mirko nach. „Mir ist was runtergefallen“, murmelte Leon. „Stimmt gar nicht“, gab Mirko zurück. Wenn der sich mal irgendwo festgebissen hatte
Leons Rettung kam von ungeahnter Seite. „Mirko, kommst Du jetzt bitte, wir müssen noch ins Bayer-Kaufhaus, wir müssen Dir noch die “, bevor Mirkos Mutter, die mit derselben schrillen Stimme sprach wie er, sagen konnte, was sie noch im Bayer-Kaufhaus müssen, rief Mirko gefügig zurück: „Ich komme schon.“ Dann drehte er sich nochmal um. „Kannst mir ruhig sagen, was Du da gefunden hast. Du bist doch sicher wieder an einem Fall. Wie damals im Sommer. Ich könnte Dir helfen. Hab’ nämlich einen Superrechner. Überleg’s Dir.“ Leon nickte nichtssagend. Innerlich schlug er sich vor die Stirn. Im Sommer hatte Mirko Müller-Brinen ihn ebenfalls ertappt, als er auf dem Spielplatz Großes Kuddel-Muddel im Neuland-Park auf der Lauer gelegen hatte, um herauszukriegen, wer da ständig die Spielgeräte demoliert. Er wollte gerade unauffällig eine Meute Jugendlicher verfolgen, die ihm sehr verdächtig vorkamen, da hatte sich Mirko von hinten angeschlichen und ihn erschreckt. Als er sich dann wieder nach vorne drehte, waren die Jugendlichen spurlos verschwunden. Leon hatte den Spielplatz-Fall erstmal zu den Akten legen müssen – wo er noch immer lag.
„Der platzt auch immer dazwischen. Aber dieses Mal nicht“, sprach Leon wieder laut vor sich hin. Hören konnte es diesmal niemand. Dafür war vor Weihnachten zu viel Trubel in der Wiesdorfer City. Ein letztes Mal patroull*ierte er am Bauzaun entlang, fand aber nichts weiter. Leon schloss die Beweisaufnahme vor Ort und zückte sein Handy. „Hallo Papa, hast Du jetzt Feierabend und kommst auf dem Weg vom Bayer-Werk an der Bushaltestelle vorm Forum vorbei?“, fragte Leon in die Sprechmuschel. Er hatte den Bus verpasst. In der Hosentasche drehte er den Button hin und her. „Den hab’ ich im A-Werk gesehen. An der Jacke vom blöden Cedric.“
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