Leverkusen: Sauberer Abdruck fürs Klima
VON LEONORE ESSER - zuletzt aktualisiert: 08.12.2011Leverkusen (RP). Der Leverkusener Druckmedienanbieter Nösse stellt eine neue Laser-Kartusche vor, die umweltfreundliche Bestandteile und Recycling garantiert. Mit Hilfe eines Projekts in Indien wird sie dazu klimaneutral gestellt.
Wenn es um ihre Produkte geht, freut sich die Firma Nösse aus Leverkusen über viel Abdruck: Der Drucker- und Speichermedienhändler vertreibt von Leverkusen aus unter anderem Geräte und Laser-Kartuschen bekannter Marken wie Hewlett Packard und Lexmark. Sparsamkeit strebt André Nösse, der das Unternehmen seit 2008 in zweiter Familiengeneration leitet, dagegen beim ökologischen Fußabdruck an: Unter der Eigenmarke Pegasus hat er in diesem Jahr die erste klimaneutrale Tonerkartusche auf den Markt gebracht.
Mit einem süddeutschen Bio-Toner-Hersteller hat Nösse eine Kartusche entwickelt, deren Kunststoffteile wiederverwertet werden können. Deren Farbstoff stellt die Firma zu 34 Prozent aus wiederverwertbaren Ressourcen her. "Unsere Laser-Kartuschen sparen so einen bis zwei Liter Rohöl pro Stück", sagt Nösse.
Das Unternehmen
Nösse Datentechnik GmbH & Co. KG
Geschäftsführer: André und Volker Nösse
50 Mitarbeiter
Jahresumsatz: 30 Mio. (2010)
mehr als 250 000 gelieferte Kartuschen und Patronen pro Jahr
über 4500 Kunden deutschlandweit
"Das wurde alles sehr detailliert berechnet", berichtet Patrick Bormacher vom Nösse-Marketing. Sein Lob gilt der Zürcher Klimaschutzstiftung "myClimate", die Firmen dabei hilft, in Sachen Klima spurenlos zu agieren. Neben den Inhaltsstoffen spielten die Transportwege eine Rolle bei der Berechnung. Die Pegasus-Produkte, allesamt in Deutschland hergestellt, werden in verschiedene Bundesländer geliefert. Eine knapp ein Meter hohe Pappkiste im Büro soll die Kunden täglich an die Klimaneutralität des Produktes erinnern: Um die zu gewährleisten, müssen die Kartuschen zum Recycling zurückgeführt werden – abgeholt werden sie in der Sammelbox kostenlos. "Es ist gewünscht, dass dort auch Kartuschen anderer Marken hineingeworfen werden", sagt der Firmenchef, denn auch die könne Nösse zurückgeben. Höchstens ein zweites Mal werden die Pegasus-Patronen jedoch wiederverwendet, dann werden auch sie entsorgt, teils in der Müllverbrennungsanlage.
Neutral ist die Bilanz bis hierher nicht: Solange Produktion und Entsorgung CO2-Emissionen verursachen, kompensiert die Firma diese über ein Projekt im indischen Uttarakhand, das die Klimaschutzstiftung "myClimate" vermittelte. Die dortige Ziegelproduktion, früher nur mit Kohle möglich, basiert heute auf der Verbrennung von Piniennadeln: Diese würden vom Boden aufgelesen und zu Brickets verarbeitet, erklärt Boris Kiofsky von der Stiftung.
110 Tonnen CO2 wollen die Leverkusener so bis Jahresende neutralisieren, 400 sollen es dann im kommenden Jahr sein. Die Kosten für das Projekt in Indien – Nösse nennt 20 Euro pro kompensierter Tonne – zahlt die Firma derzeit aus eigener Tasche. Noch: "Ich hoffe, dass unser Konzept beim Kunden zieht", sagt Nösse.
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