Leverkusen: Schimmel-Alarm im Tierheim
VON MARION MEYER - zuletzt aktualisiert: 09.10.2011 - 10:12Leverkusen (RP). Weil Feuchtigkeit von außen in die Mauern eindringt, schimmeln die Wände. Vor allem die Katzenaufnahme und die Krankenstation sind betroffen. 30 000 Euro kostet die Sanierung. Deshalb sucht das Tierheim dringend Sponsoren.
Notstand im Tierheim: Schimmel hat mehrere Wände befallen, zieht sich von unten im Mauerwerk hinauf. Teilweise gehen die Flecken schon in den gefährlichen schwarzen Schimmel über, dessen Sporen für Mensch und Tier gesundheitsgefährdend ist. Deshalb hat der Tierschutzverein jetzt Alarm geschlagen. "Wir brauchen dringend Sponsoren, die uns bei der etwa 30 000 Euro kostenden Sanierung unterstützen", sagt der erste Vorsitzende Gerd Kortschlag,
Vor vier Wochen wurde der Schimmelpilz erstmals bemerkt. Ein Gutachter stellte fest, dass die Flecken nicht von einem Wasserrohrbruch in den Wänden stammen, sondern dass vermutlich Wasser von außen in das Gebäude eindringt. "Zwischen der Bodenplatte und den Mauern gibt es Risse, durch die die Feuchtigkeit eintritt", erklärt Kortschlag.
Tierheim braucht Hilfe
Wer für das Tierheim spenden will, kann dies auch zweckgebunden für die Sanierung. Jede Hilfe ist willkommen. Auch wenn jemand handwerkliche Fähigkeiten besitzt und etwa fliesen kann, sollte sich beim Tierheim melden. Kontakt: Tel. 02171 299401. Infos und Kontodaten unter:
Katzen müssen umziehen
Da der Winter vor der Tür steht, muss dringend etwas passieren. Der faule Putz muss entfernt, die Wände zwei bis drei Wochen getrocknet werden. Auch die Außenwände müssen die Handwerker freilegen, neu verputzen und fliesen. Diese Arbeiten sind im Kostenvoranschlag von 30 000 Euro noch gar nicht enthalten, gibt Kortschlag zu bedenken. Das Geld habe der Tierschutzverein nicht, trotzdem sind die Handwerker bestellt. Kortschlag: "Zur Not müssen wir einen Kredit aufnehmen."
Betroffen sind vor allem die Katzenaufnahme und die Krankenstation. In der Aufnahme verbringen die Katzen die ersten Tage, bevor man sie auf Parasiten und Krankheiten untersucht und geimpft hat. Mit 19 Katzen sind dieser Bereich und die Krankenstation zurzeit voll besetzt. Seit Juli ist hier auch Morle untergebracht, die sich mit ihren fünf schwarz-weißen Katzenkindern, die alle im Tierheim geboren wurden, einen Zwinger teilt. Träge liegen sie herum. Es riecht etwas nach Katzenklo – und Schimmel. "Wenn wir zu viel lüften, werden die Katzen krank", sagt Tierpflegerin Sarah Dammers. Auch die Mitarbeiter würden die schlechte Luft bemerken – "wenn man hier atmet, bekommt man ein dumpfes Gefühl im Kopf", berichtet die Tierpflegerin. 80 Katzen fristen derzeit ihr Dasein im Tierheim: Der Herbst ist Hochsaison, auch weil viele Jungtiere im Sommer geboren werden. "Wir bekommen täglich vier Anrufe von Leuten, die ihre Katze abgeben wollen", sagt Sarah Dammers.
Wenn die Bauarbeiten an dem etwa 18 Jahre alten Bau beginnen, muss ein Teil der Katzen ausgelagert werden. Wohin? Das weiß auch Gerd Kortschlag noch nicht. "Wir müssen umliegende Tierheime fragen."
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