Leverkusen: Schmidt: UWG-OWG statt SPD
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 22.10.2008 - 17:02Leverkusen (RPO). Den Abschied von den Sozialdemokraten gestaltete der Ex-Genosse mit deftigen Vorwürfen. Pünktlich um zwölf Uhr eröffnete er Mittwoch das Feuer auf die einstigen Parteikollegen, deren Verhalten er gar in die Nähe von Sekten rückte.
Es ist nicht bekannt, ob Michael Schmidt zu den Freunden von Western gehört. Jedenfalls wählte er bewusst oder zufällig ausgerechnet zwölf Uhr als Zeitpunkt für eine Pressekonferenz in eigener Sache. Und wie zu High Noon die Film-Duellanten feuerte auch der Ratsherr vor allem gegen seine bisherigen Parteikollegen. Die Mitgliedschaft in der SPD kündigte er auf - garniert mit deftigen Attacken gegen die Genossen. Sein Austritt kommt nach einigen Querelen mit den anderen Leverkusener Sozialdemokraten nicht überraschend wohl aber sein Beitritt zur Fraktion der Wählergruppe OWG-UWG.
Beim Termin im Forumsrestaurant rahmten ihn die neuen politischen Weggefährten Alfred Mertgen (Ratsherr) und Winfried Osthoff (Fraktionsgeschäftsführer) ein. Sie waren auch Schmidts Mitverschwörer in den vergangenen sechs Wochen. Bis zu einem internen Termin der Gruppierung am Dienstag in Opladen ahnte bis auf das Duo niemand in der OWG-UWG vom prominenten Zuwachs. „Alle waren angenehm überrascht. Er wurde einstimmig aufgenommen”, betonte Mertgen.
Die Kritik an der Leverkusener SPD überließen sie Schmidt. Der keilte denn auch mächtig aus. Als „Leithammel und Geleithammel” und „Betonköpfe” bezeichnete er die hiesigen Sozialdemokraten. In der Partei gebe es keine Streitkultur. Wer in der Fraktion unliebsame Wahrheiten ausspreche, habe mit Disziplinierung zu rechnen. „Das ist Sozialer Demokraten nicht würdig, sondern eigentlich Markenzeichen religiöser und politischer Sekten”, greift er die einstigen Parteifreunde in einem Brief an die Ratsfraktion an. Kritiker würden nicht als Chance begriffen, sondern als Störenfriede und Nestbeschmutzer ausgegrenzt. „Nur eine Handvoll mittelmäßiger Honoratioren bestimmt, wo es lang geht”, legt er in dem Schreiben nach.
Bürgernah sei die SPD ebensowenig wie die „so genannte Bürgerliste, die für mich nie in Frage kam, weil ich nicht vom Regen in die Jauche kommen wollte”. Genau das sei jedoch ein wichtiges Markenzeichen der OWG-UWG. Der traut er einen stattlichen Zuwachs bei der Kommunalwahl zu. Ob er für den Posten des Oberbürgermeisters kandidieren soll, mochte er noch nicht verraten. Es spricht jedoch einiges dafür. „Es wurde schon ein Kandidat oder eine Kandidatin ausgeguckt. Und die hat durchaus Chancen, zu gewinnen”, deutete Mertgen an. Er setzte einig mit Schmidt sogar noch einen drauf. Der oder die Auserwählte werde sich bei der Wahl zum Stadtoberhaupt auch durchsetzen.
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