Leverkusen: Schneller Fantransport
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Leverkusen (RPO). Die Stadt will im März ein verfeinertes Verkehrskonzept für die Fußball-Bundesliga vorlegen. Ampelschaltungen sollen verändert und die Zahl der Pendelbusse erhöht werden. Ratspolitiker wollen sich die Lage vor Ort ansehen.
In einem vierseitigen Schreiben an den Stadtrat hat die städtische Verkehrsbehörde "deutliche Verkehrsprobleme" rings um die Bundesliga-Fußballspiele eingeräumt. Dies sei aber nach Eröffnung der vergrößerten BayArena zu erwarten gewesen, notierte Amtsleiter Friedhelm Laufs.
Er kündigte an, dass insbesondere der Fantransport per Pendelbusse und die Abfahrt der Zuschauer per Pkw optimiert werden sollen. Die neue Konzeption soll der Stadtrat "voraussichtlich" im März beschließen. Vorher soll es einen Orttermin für die Politiker geben.
Geplante Maßnahmen:
Vor der Stadionsanierung sorgten rund 23 Busse für einen Pendelverkehr zwischen Stadion und Parkplätze Kurtekotten beziehungsweise in die Stadtteile. Inzwischen werden 37 Wupsi-Busse eingesetzt. Verkehrsexperte Laufs rechnet bald mit einer noch höheren Buszahl, weil der Bedarf steige.
Bayer-Stadion
Das Bayer 04-Stadion wurde in 16-monatiger Bauzeit ausgebaut. Die Zuschauerplatzzahl stieg von rund 22500 auf heute 30000 Plätze. "Aus dem Schmuckkästchen wurde eine Sportstätte mit Modellcharakter", lobt sich Bayer 04. Problem: Rings um das herausgeputzte Stadion sind die Straßen zu kleinen, und es gibt nur unzureichend Parkplätze. Auch daraus entsteht oft Ärger mit Anwohnern.
Der Grund: Die Fahrzeit der Pendelbusse zum Parkplatz Kurtekotten wurde auf zehn Minuten verkürzt, damit stieg offensichtlich die Attraktivität. Früher, so Laufs, nahmen nur 1000 bis 2000 Fußballbesucher den Busservice in Anspruch, derzeit sind es zwischen 2500 und 4500 Fans, die lieber ihr Auto gemütlich auf dem weitläufigen parkplatz abstellen als sich durch den verkehr rund um das Stadion durch den Verkehr zu quälen.
Was die Stadt und Bayer 04 freut. Inzwischen gelinge es, die Vollsperrung der Bismarckstraße vor dem Stadion für Privat-Fahrzeuge auf 30 minuten nach Spielende zu begrenzen.
Als problematisch erweisen sich oft die Ampelanlagen an den Zufahrtsstraßen in Küppersteg. Die städtischen fachleute wollen eigene "Fußball-Ampelschaltungen" einführen und sie an mehr Ampeln als bisher einsetzen. Dies erfordere allerdings Personal und Geld, teilte Laufs mit. Die "Fußball-Schaltungen" sollen nach und nach umgesetzt werden.
Als Stau fördernde Maßnahme erwiesen sich die Einfahrtskontrollen zu den VIP-Parkplätzen unter der Stelzenautobahn. Die Fläche wird von Bayer 04 verwaltet. Der Fußballvereine hat allerdings Parkausweise mit zu kleiner Schrift ausgegeben. Für das Prüfen der Einfahrtsberechtigungen brauchten die Parkwächter relativ lange, was die wartezeit für die Fans verlängerte. Für die Rückrunde gibt es neue und damit besser lesbare Parkausweise. Die Tagesparkausweise fallen übrigens ganz weg.
Knotenpunkte entlasten
Die Stadt will zudem die Windt-horststraße nach Fußballspielen in Richtung Kreisel Küppersteg sperren, um diesen Kontenpunkt zu entlasten. Möglicherweise wird der Verkehr aus der Windthorststraße in Höhe der blitzanlage direkt auf den Europaring geführt, damit die Neuenhofsiedlung schneller "fanfrei" wird.
Deutlich ist die städtische Stellungnahme zur oft geforderten "Fußballstraße" zwischen BayArena und Europaring oder eine neue Zufahrt zwischen B8 und Parkplatz unter der Stelzenautobahn: "Beid e Maßnahmen werden nicht zu einer Verbesserung der Gesamtverkehrssituation bei Fußballspielen beitragen", schrieb Verkehrsexperte Laufs an die Politiker.
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