Leverkusen: Schoofs sammelt Rote Karten
VON MATTHIAS DOHRN - zuletzt aktualisiert: 20.08.2009Leverkusen (RPO). Fünf Leverkusener Oberbürgermeisterkandidaten beantworteten im Opladener Scala Fragen von rund 100 Jungwählern. Reinhard Buchhorn (CDU) schnitt unterm Strich am besten ab.
Kommunalwahl
An der Kommunalwahl dürfen auch 16- und 17-jährige Jugendliche teilnehmen. In Leverkusen können in diesem Jahr rund 2200 Jungwähler an die Urnen gehen.
Auch Staatsangehörige aus der Europäischen Union sind wahlberechtigt.
Insgesamt können 127 000 Leverkusener an der Kommunalwahl 2009 teilnehmen.
Viele rote Karten werden verteilt, aber kein einziger Platzverweis ausgesprochen. Kieselsteine fallen in fünf verschiedene Vasen. Die Legendary Ghetto Dance Band spielt ein paar bekannte Lieder. Der Musiker Moritz Lüdenbach muss wegen technischer Störungen wieder abbauen, doch der Saal füllt sich mehr und mehr.
So haben die Organisatoren Joana Lampe, Katrin Gruszczyk und Jan Koch sich das vorgestellt. Die über 100 Jungwähler im Scala in Opladen sollen fünf Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Leverkusen eine Menge brisante Fragen stellen. Von "Haben sie schon einmal gekifft?" bis "Was tun sie gegen die Studiengebühren?" soll alles dabei sein.
Bereitwillig Auskunft gegeben
"Ich erwarte, dass ich etwas höre, womit ich etwas anfangen kann", betont die 18-jährige Zuschauerin Hannah Voß. Sie kann, denn die Kandidaten Reinhard Buchhorn (CDU), Ernst Küchler (SPD), Alfred Mertgen (OWG-UWG), Erhard T. Schoofs (Bürgerliste) und Sacha Pullem (Die Linke) sind offen für alle Arten von Auskünften. Bei der Frage nach dem Kiffen verneinen sämtliche Kandidaten, geben aber zu, "auch mal gerne was getrunken" zu haben.
"Wenn im Publikum die rote Karte gehoben wird, müssen die einzelnen Kandidaten ihre Ausführungen beenden", erklärt Jan Koch. Zum Ärger der Zuschauer hält sich aber besonders Bürgerlisten-Kandidat Schoofs selten an diese Regel und muss von den Moderatoren gestoppt werden, da sich bei ihm schnell dutzende Karten ansammeln.
Seine stets kritisierende Haltung, mit der er gegen die anderen Kandidaten vorgeht, ohne selbst konkrete Stellungnahmen abzugeben, kam beim Wählernachwuchs offenbar nicht gut an. Souverän halten kann sich einzig CDU-Kandidat Buchhorn, was auch die "Kieselsteinumfrage" beweist. Zu Beginn mussten die Jugendlichen in die einzelnen "Wahlurnen" ihre Steine einwerfen und diesen Vorgang zur Mitte der Diskussion wiederholen.
Zwar sinkt die Beteiligung an der Umfrage stark, jedoch kann nur Buchhorn sein Wahlergebnis (von 42 auf 40 Stimmen) einigermaßen halten. Alle anderen verlieren teils 80 Prozent an Stimmen, da sie sich den Unmut der Jugendlichen zugezogen haben.
Als es um die Frage nach den Studiengebühren geht, sind sich die Parteimitglieder einig, dass man sie entweder senken oder ganz abschaffen soll. Auch Leverkusens Wirtschaft soll angekurbelt und trotzdem ganz viel gespart werden. Sogar Jugendaktivitäten sollen gefördert werden.
Das klingt nach vielen Versprechungen. Ob sie bei den Jugendlichen gut ankommen oder die Kandidaten schließlich doch die rote Karte kriegen, wird sich dann bei der Kommunalwahl am 30. August rausstellen.
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