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Leverkusen: Schweinegrippe legt Schulunterricht lahm

VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 25.06.2009 - 15:48

Leverkusen (RPO). Die "neue" Grippe zieht weiter durch Leverkusen: Die Stadt Leverkusen meldete Donnerstag fünf neue Fälle. Es handelt sich um Schüler der städtischen Realschule am Stadtpark und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums sowie um ein Kind des Kindergartens Bodestraße. Damit gibt es 13 bestätigte Fälle.

Die Auswirkungen sind groß: Der Amtsarzt schickte inzwischen vorsichtshalber 200 Schüler, Lehrer und Familienangehörige in eine einwöchige Quarantäne, um die Infektionskette zu unterbrechen. Weil auch viele Lehrer zu Hause bleiben müssen, kann nach Angaben der Stadt der Schulunterricht nicht ordnungsgemäß laufen. "Deshalb wurden drei Schulen aus organisatorischen Gründen komplett geschlossen, nicht aus medizinischer Notwendigkeit", sagt Amtsarzt Dr. Hans-Eckart Lindstaedt im Interview mit der Rheinischen Post.

Es geht um die Realschule, das Gymnasium und um die Grundschule Herzogstraße in Opladen. Leverkusen stecke "mitten in einer Epidemie", bestätigt der Amtsarzt. Es werde weitere Grippekranke geben. Nach den Schulferien werde es richtig weitergehen. Zur Gefährlichkeit der Grippe sagte Lindstaedt, dass die bisherigen Krankheitsverläufe milde waren. Viele Patienten seien auch ohne Medikamente gesund geworden. Es gebe aber genügend Arzneimittel. Sie seien nur zeitweise und regional vergriffen gewesen.

Aus dem Kindergarten Bodestraße hat sich ein Kind angesteckt. Sicherheitshalber wurden zwei Erzieherinnen sowie 16 Kinder bis zum 30. Juni in Quarantäne geschickt. Der Kindergarten bleibt bis dahin geschlossen.

Das Klinikum Leverkusen hat Grippemittel für 20 Patienten in der eigenen Apotheke, weitere 100 Portionen könnten innerhalb einer Stunde von einer Großhandelsapotheke aus Köln nach Leverkusen gebracht werden. Der Amtsarzt riet, Grippemittel nicht "vorbeugend" zu nehmen, dies nutze ohnehin nichts. Stadt und Klinikum baten auch, die Kinderambulanz nur aufzusuchen, wenn sich echte Krankheitsanzeichen wie hohes Fieber und starke Gliederschmerzen zeigten.

Am Dienstag stand die Klinikum-Kinderambulanz kurz vor der Schließung, weil der Andrang von vor allem "Nichtkranken" kaum noch zu verkraften war. Pech haben übrigens Grippekranke und ihre Angehörigen, die jetzt in Quarantäne geschickt werden: Sie können wahrscheinlich nicht zum Beginn der Schulferien in Urlaub fahren, weil die Stadt jeweils einwöchige Quarantäne für Kranke und ihre Familie anordnet. Bedeutet: Krank oder nicht, Betroffene müssen zu Hause bleiben.


 
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