Leverkusen: Schwere Filmkost bei den "SchulkinoWochen" im Forum
VON SARAH BIERE - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Leverkusen (RP). Am Dienstag herrschte im "kommunalen Kino" im Forum Hochbetrieb – die "SchulkinoWochen NRW" machten Station in Leverkusen. Drei Schulklassen (8. und 9. Klasse) waren gekommen, um den Film "Ein Tick anders" von Andi Rogenhagen zu schauen.
Im Anschluss an den Film erhielten die jungen Kinobesucher die Gelegenheit, mit Darstellerin Katja Liebing den Film zu besprechen, Fragen zu stellen und mehr über den Beruf "Schauspieler" zu erfahren.
Im Mittelpunkt des Films steht die siebzehnjährige Eva, die unter dem Tourette-Syndrom leidet. Eine neuropsychiatrische Krankheit die unwillkürliche und sehr heftige Bewegungen, sogenannte "Tics", und zum Teil das Ausstoßen von obszönen Worten zur Folge hat. Manchmal treiben Eva ihre "Tics" in den Wahnsinn, doch eigentlich ist sie glücklich. Denn im Kreise ihrer schrägen, aber liebevollen Familie akzeptiert jeder sie, wie sie ist.
Film zwischen Komik und Tragik
Die Schüler der Rat-Deycks-Förderschule, der Hauptschule Görresstraße und der Theodor-Wuppermann-Hauptschule reagierten sehr unterschiedlich auf die heftig fluchende Hauptdarstellerin Eva – lautstarkes Gelächter, verwirrte Blicke und peinlich berührte Momente wechselten sich ab. Auch in der anschließenden Besprechung wollte keiner so richtig über die Krankheit reden. Viel interessanter war da die Frage nach der Schauspiel-Gage oder der Privatadresse von Katja Liebing.
Die Schauspielerin, die im Film eine Nebenrolle besetzt, war vom Ergebnis der Filmvorführung dennoch angetan: "Das ist ein sehr schwieriges Thema, und ich war sehr gespannt, wie die Schüler auf den Film reagieren. Ich muss sagen, ich bin angenehm überrascht." Zudem halte sie es für sinnvoll, Schüler auch mit Filmen abseits der Hollywood-Blockbuster zu konfrontieren. "Die den Film gesehen haben wissen nun, dass es eine solche Krankheit gibt und können vielleicht in Zukunft sensibel damit umgehen", ergänzte Liebing.
r Kurzkommentar Bereits vor Beginn des Films herrschte im Kinosaal lautstarkes Getöse, kaum setzte der Abspann ein, konnten die Schüler ihre Plätze gar nicht schnell genug verlassen. Die Lehrer mussten die Schar zurückpfeifen, damit das Gespräch mit Katja Liebing doch noch stattfinden konnte. Die lustlosen Fragen offenbarten das Desinteresse der Schüler an der Thematik des Films. Fazit: Peinlich und erschütternd zugleich.
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