Steinbüchel: Segelflugzeug stürzte ab
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 30.04.2007Steinbüchel (RPO). Der Flug einer jungen Leichlinger Pilotin endete am Samstag auf einem Haferfeld an der Fichtestraße in Steinbüchel. Bei der Bruchladung geriet das Segelflugzeug unter den Hänger eines Traktors.
Äußerst glimpflich verlief der Absturz eines Segelfliegers am Samstagmittag auf einem Haferfeld in Steinbüchel. Obwohl das Flugzeug vom Muster „Cirrus“ rund 25 Minuten nach dem Start vom Kurtekotten unter einen tonnenschweren Anhänger rutschte, blieb die Pilotin, eine jungen Leichlingerin, unverletzt. Sie konnte abends sogar schon wieder vom Flugplatz aus starten. „Sie drehte ein paar Runden mit einem Fluglehrer. Das ist wichtig, nach einem solchen Vorfall, um den Schock zu überwinden“, erklärte Wilfried Feiler. Er ist Pressereferent des Luftsportclubs Bayer, deren Mitglied die betroffene Pilotin ist.
Außenladung
Was der Laie Absturz nennt, heißt im Fachjargon Außenlandung. Die sind nicht ungewöhnlich und werden trainiert. Meist passiert dabei allerdings nichts. Diesmal bereiteten der Pilotin eine Kombination aus Rückenwind und einem abschüssigem Feld die Probleme.
Zeuge traute seinen Augen nicht
Vincenzo Fattore legte in seinem Haus an der Straße Am Steinberg gerade eine Pause ein bei den Renovierungsarbeiten im Obergeschoss. „Ich schaute aus dem Fenster und traute meinen Augen nicht“, sagte der Rentner später. Denn über der kleinen Baumgruppe am Rande des Feldes auf der anderen Straßenseite tauchte die „Cirrus“ auf. Fattore merkte gleich, dass das etwas nicht stimmte mit dem Flugzeug. „Ich machte mich sogar bereit, notfalls weg zu laufen, weil ich erst Sorge hatte, es könnte in unser Haus stürzen“, erklärt er. Andere Anwohner berichteten, zuvor sei die Pilotin zeitweise sogar mit Kurs auf das Hochhaus an der Ecke zur Fichtestraße unterwegs gewesen.
Fattore sah, wie das Flugzeug am Feldrand aufsetzte und unter den Anhänger eines Traktors geriet. „Das war ein lauter Knall. Ich dachte, da wäre Schlimmeres passiert.“ Fattore rief, wie mehrere andere Augenzeugen, die Feuerwehr an und eilte dann sogleich zum Feld. Er rechnete nach dem lauten Aufprall nicht damit, dort einen oder eine Überlebende vorzufinden.
Flugzeug arg ramponiert
„Als ich ankam, hatte die Pilotin schon ihr Handy gezückt und telefonierte. Meine Erleichterung war sehr groß“, betonte Fattore. Auch Landwirt Thomas Schneider eilte zur Unfallstelle, als er die einrückenden Einsatzkräfte bemerkte. Wie Fattore rechnete der Besitzer des Anhängers und des Feldes zumindest mit schweren Verletzungen und war dementsprechend froh, als er mitbekam, dass der Leichlingerin nichts passiert war. Wie knapp sie einer schweren Verletzung entkommen war, zeigte die Inspektion der Unfallstelle.
Nur die Flügel der „Cirrus“ hatten die Achsen des Anhängers erwischt und diesen durch die Wucht des Aufpralls mehrere Zentimeter nach hinten geschoben. Die Kanzel, aus deren Kunststoffscheibe ein Stück herausgebrochen war, landete genau dazwischen und verfehlte dabei das unter dem Hänger angebrachtes Reserverad. Das Flugzeug musste arg ramponiert abtransportiert werden..
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