Leverkusen: Selbst Matsch bremste Läufer nicht
VON CORNELIA NOVER - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Leverkusen (RPO). Mehr als 600 Teilnehmer ließen auch den 35. Sengbach Talsperrenlauf gestern zu einem Erfolg werden. Vom Nachwuchs
bis zu den Senioren legten sich alle mächtig ins Zeug – auch wenn das Gelände zu einer matschigen Herausforderung wurde.WITZHELDEN. Der Läufernachwuchs steht schon in den Startlöchern. 31 Kinder der Jahrgänge bis einschließlich 2000 warten pünktlich um 9 Uhr auf den Startschuss für den 1,6-Kilometer-Lauf. Elian Stolz aus Wermelskirchen ist fast schon ein "alter Hase". "Ich habe in Dhünn den Drei-Kilometerlauf mitgemacht und bin ungefähr Fünfzehnter geworden" , erklärt der Achtjährige.
Vater Dankmar, ebenfalls im Sportdress, hatte sich gestern für den Halbmarathon gemeldet. Er sah den 35. Sengbach Talsperrenlauf – wie einige andere auch – als Trainingseinheit für den Marathon am 3. Oktober in Köln. Und wie bereitet man sich in punkto "Ernährung" auf den Sengbachlauf vor? "Pizza am Vorabend" lautete die Empfehlung von Dankmar Stolz.
Der Veranstalter
Der Lauftreff des TV Witzhelden ist 130 Mitglieder stark und seit knapp vierzig Jahren aktiv. Die Geschichte des Gesamtvereins reicht sogar mehr als 120 Jahre zurück. Heute zählt der Verein im Höhendorf mehr als 1500 Mitglieder und bietet ein vielfältiges Angebot von Leistungs - und Breitensport.
Interessenten können sich unter www.tvw-witzhelden.de informieren.
Sieger kam aus Leichlingen
Elian spurtete gestern als Fünfter über die Ziellinie. Sieger mit einer Zeit knapp unter sieben Minuten war Richard Göx aus Leichlingen. Der Zehnjährige trainiert Triathlon bei Bayer Leverkusen. So verwunderte es nicht, dass er anschließend an seinen ersten Lauf auch beim drei Kilometer langen Jedermannlauf am Start war.
Die siebenjährigen Zwillinge Leon und Nico Kloskowski nahmen bereits das zweite Mal in ihrer noch jungen Läuferkarriere am Sengbach Talsperrenlauf teil. Mutter Sarah Kloskowski betonte: "Die beiden sind ehrgeizig, und hier bekommt ja auch jedes Kind eine Medaille und eine Urkunde, das ist nicht überall so."
Ehrungen dieser Art sind für Günther Bartel aus Blecher sicher schon lange kein Ansporn mehr. "Ich bin mindestens die Hälfte der Sengbachläufe mitgelaufen und vor kurzem bei meinem 104. Marathon gestartet" erklärte der 66-jährige. Einer wie Bartel ist natürlich bekannt in der Läuferszene. Er musste einige Hände schütteln, bevor er an der Startlinie ankam. Dort wurde er per Mikrophon von Kommentator Jochen Baumhof begrüßt. Baumhof lief 1988 den Halbmarathon Streckenrekord von 1:10,36 (Streckenlänge: 21,1 Kilometer). Den aktuellen Rekord hält Robert Langfeld mit 1:07, 25.
In diesen "Olymp" der Langstreckenläufer möchte Andrea Petzold noch gelangen. Für die 39-jährige aus Odenthal war der Sengbachlauf der vierte Halbmarathon. Sie hat das große Ziel der Marathonstrecke von 42 Kilometern fest vor Augen. Ihr Wunsch für gestern: "Ich möchte auf jeden Fall unter zwei Stunden laufen" erklärte sie.
Optimales Wetter für gute Laufzeiten bot der Sonntag nicht, aber Organisatorin Margret Knigge, gab sich gelassen. "Die meisten Läufer mögen eigentlich diese Temperatur, die Strecke ist auch nicht so matschig, wie man aufgrund des Regens meint." Eine EInschätzung, die sich allerdings im Verlauf des Rennens als Irrtum herausstellte.
Das Läufervolk meisterte die Situation dennoch mit Sportgeist und guter Laune. Mit Regenumhang und im Matsch stehend besprach man den Streckenverlauf und erinnerte sich an vergangene Läufe. Knapp über 600 Teilnehmer waren gemeldet, Nachmeldungen nicht eingerechnet.
Neben der Strecke für die Kinder und den Jedermannlauf gab es noch die Sengbachrunde ( 11,3 Kilometer) und eine Walkingstrecke. Die Sengbach-Laufstrecke beinhaltet 60 Meter Höhenunterschied und gilt aufgrund des ständigen Wechsels zwischen Gefälle und Anstieg als Laufgebiet für Fortgeschrittene.
Der Trost für all die Strapazen gestern: Autofreies Landschaftsschutzgebiet und herrliche Ausblicke auf den Stausee.
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