Alkenrath: Sperrbezirk für Plus-Markt
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 17.04.2007Alkenrath (RPO). Ein Bauzaun umschließt nun großräumig das ehemalige Bayer-Kaufhaus in Alkenrath. Die Fläche, auf der der Parkplatz des Plus-Marktes entstehen soll, ist abgeriegelt. Bei Passanten stieß die Sperrung auf wenig Gegenliebe.
Eine Mischung aus Erstaunen und Unmut legte sich auf das Gesicht der Frau, als vor ihr unvermittelt ein Bauzaun den Weg versperrte. „Scheinbar soll es jetzt losgehen mit dem Supermarkt“, bemerkte sie. „Ich habe mich damals auch an der Unterschriftenaktion gegen den Bau beteiligt“, erklärte die Frau noch mit leichtem Kopfschütteln, bevor sie gemeinsam mit Hund und Fahrrad umdrehte, um einen anderen Weg durch den Alkenrather Park einzuschlagen.
Wie der Frau ging es gestern vielen Passanten: Ein Metall-Zaun umrundet nun großzügig das ehemalige Bayer-Kaufhaus. Er durchschneidet das Park-Wegenetz nahe der Alkenrather Straße und reicht in seiner maximalen Ausdehnung fast bis an den Teich nahe der evangelischen Kirche. Nach der Rodung einiger Bäume (wir berichteten) tritt der geplante Bau des Supermarktes – gegen den Anwohner Widerspruch eingelegt haben – damit in die nächste Phase ein. Der Zaun umschließt die gesamte Fläche, die für die Parkplätze des Supermarktes vorgesehen ist. Für Fußgänger und Radfahrer bedeutet dies: Sie müssen dort die alten Pfade verlassen und sich neue Wege durch den Park oder außen herum suchen.
Urteil in drei Wochen
Gestern ging bei der Verwaltung der Widerspruch ein, den Nachbarn gegen den Plus-Bau eingelegt haben. Die Stadt hat nun eine Woche Zeit für eine Stellungsnahme. Dann entscheidet das Kölner Verwaltungsgericht über den Widerspruch. Mit einem Ergebnis sei laut einer Sprecherin der Stadt in etwa drei Wochen zu rechnen.
Bei den Passanten stieß der Bauzaun gestern auf wenig bis gar keine Gegenliebe. „Nirgendwo ist ausgeschildert, dass es hier nicht mehr weitergeht“, monierte eine Spaziergängerin. Ein älterer Herr schaute sich die Situation mit grimmigem Blick und Kopfschütteln an: „Alles nur wegen der Parkplätze. Dabei gibt es doch auf dem Marktplatz genug Parkplätze“, monierte er, machte eine wegwerfende Geste und schlug sich durch die Büsche zur Alkenrather Straße, um seinen Weg auf dem Gehsteig fortzusetzen.
Kurz später stoppten ein halbes Dutzend Kinder und ein Vater verdutzt vor dem Zaun. „Wir müssen zum Hort“, erklärte ein Mädchen und deutete zum Kindergarten in der Nikolaus-Groß-Straße. Eltern und Mitarbeiter der Einrichtung hatten bereits vor einem Jahr gegen den Plus-Bau protestiert, weil unter anderem der Weg zum Kindergarten durch die Grünanlage wegfallen würde. Nun wurde diese Vision Realität. Aber die Kinder wussten sich zu helfen: Sie quetschten sich einfach durch eine Lücke im Zaun und setzten ihren Weg auf ihrem gewohnten Zubringer zum Kindergarten fort.
Schwerer tat sich nur der Vater eines der Mädchen. Er passte nur gerade so durch die Lücke im Zaun. Dass ihm dies nicht eben behagte, belegten allerhand – nicht druckreife – Flüche, mit denen er die Situation kommentierte.
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