Leverkusen: Stadionverkehr im WM-Test
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 17.02.2011Leverkusen (RPO). Ein Gutachten der Technischen Hochschule Aachen hat das Verkehrskonzept rund um die BayArena geprüft. Im Vorfeld der Frauenfußball-WM schlagen die Experten einige Verbesserungen vor, die die Stadt jetzt umsetzen will.
Japanische Fans gelten als spontan. Das hat zumindest Friedhelm Laufs erfahren. Das ist eine der Unwägbarkeiten, mit denen sich der Leiter des Leverkusener Straßenverkehrsamts bis zum Sommer intensiver beschäftigen muss. Schließlich wird zwischen dem 28. Juni und 9. Juli zu Partien der Frauen-Fußball-WM viermal die Welt in Leverkusen zu Gast sein.
Und weil die mitunter in Bussen und Autos anreist, muss Laufs bis dahin für ein gastfreundliches Verkehrskonzept rund um die BayArena (die dann "WM-Stadion Leverkusen" heißen wird) sorgen.
Jede Menge Fragezeichen
Die vier WM-Partien
28. Juni, 15 Uhr: Kolumbien gegen Schweden (Vorrundenspiel Gruppe C).
1. Juli, 15 Uhr: Japan gegen Mexiko (Vorrundenspiel Gruppe B).
6. Juli, 18 Uhr: Australien gegen Norwegen (Vorrundenspiel Gruppe D).
9. Juli, 18 Uhr: Viertelfinale Zweiter Gruppe B gegen Erster Gruppe A.
Noch gibt es jede Menge Fragezeichen. Bislang seien rund 7000 Karten für die drei Vorrundenspiele und um die 10 000 für das Viertelfinale abgesetzt worden. "Wir wissen also zum jetzigen Zeitpunkt nicht, was uns dann genau erwartet", sagt Laufs. Möglicherweise kommen er und seine Mitarbeiter bei den ersten Partien ohne die komplette Sperrung der Siedlungen rings um das Stadion aus.
Das käme dem Amtschef wohl ganz gelegen. Denn: "Zwei Spiele beginnen um 15 Uhr. Wenn wir wie sonst drei Stunden vorher mit den Sperrungen beginnen müssten, würde uns womöglich Personal fehlen. Denn die Jugendlichen, die für uns da normalerweise im Einsatz sind, sind dann noch in der Schule", erläutert Laufs.
Dass Stadt und Bayer 04 mit ihren rund um Bundesliga-Spiele eingerichteten Kontrollen und Sperrungen "auf dem richtigen Weg sind" (Laufs), das liege inzwischen schriftlich vor. Ein Gutachten der Technischen Hochschule Aachen habe das Verkehrskonzept geprüft. Ein Schwachpunkt, der den Wissenschaftlern dabei auffiel, ist die Beschilderung. "Das wussten wir, und es wird bereits vom Fachbereich Tiefbau und Bayer 04 daran gearbeitet", erläutert Laufs.
So soll die Beschilderung (etwa zu den Begriffen Sportpark, Stadion, BayArena) vereinheitlicht werden. Zudem soll künftig nur noch im Nahbereich um das Stadion auf die Parkplätze ringsherum hingewiesen werden, während auswärtige Autofahrer frühzeitig in Richtung der Pendelbus-Parkplätze am Kurtekotten geleitet werden sollen.
Weitere Empfehlungen, die von Seiten der Aachener Uni gemacht werden, "wurden von uns bereits umgesetzt", sagt Laufs. Sie betreffen die Verkehrssituation rund um den Neuenhof.
Durch Vorkontrollen werden in diesem Bereich Autofahrer, die nicht zum Stadion wollen oder keine Parkausweise für den Bereich um die BayArena haben, frühzeitig herausgefiltert, um Staus bis auf den Europaring zu vermeiden. "Wenn es unser Personal zulässt, kontrolieren wir auch im Kreisel in Küppersteg", ergänzt Laufs.
Die konkreten Planungen für die Frauen-WM-Spiele sollen ab Anfang Mai in Angriff genommen werden. Dann liegen voraussichtlich belastbare Zahlen vor: "über die Fan-Zusammensetzung, aber auch die Anmeldungen von Bussen und anderen Gruppen", sagt Laufs. Und vielleicht hat sich der ein oder andere japanische Fan bis dahin auch schon entschieden.
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