Leverkusen: Stadt rechnet: Ist der Kauf des Bürgerbuschs finanzierbar?
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 20.12.2008Leverkusen (RPO). Die Nachricht, dass der Bürgerbusch und der Scherfenbrandwald wieder zum Verkauf stehen, hat gestern viele Bürger teils erstaunt und aufgeregt. „Die Stadt Leverkusen muss alles daran setzen, den Wald zu kaufen“, lauteten meist die Kommentare. Bei unserer Abstimmung über das Internetportal „rp-online“ waren etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer für einen Kauf des Waldes, der 2,9 Millionen Euro kosten soll.
Die Finanzexperten der Stadtverwaltung Leverkusen rechnen angeblich noch, ob sich die Stadt den Kauf des Bürgerbuschs leisten kann. Die CDU-Fraktion will sich jedenfalls für einen Kauf durch die Stadt einsetzen und entsprechend bei der Bezirksregierung für das Vorhaben werben, schrieb gestern Fraktionsvorsitzender Klaus Hupperth an die Redaktion.
Bei einem Gespräch in dem Alkenrather Café soll ein privater Kaufinteressent erstaunt gefragt haben, warum die Stadt nicht sofort zuschlage. Laut Revierförster Karl Zimmermann wirft der Wald heute noch leichten Gewinn ab – nach Abzug aller Kosten.
Ob dies so bleibt, wenn die Stadt als Kommune den Bürgerbusch übernimmt, dies erscheint Dr. Walter Mende fraglich. Der SPD-Fraktionsvorsitzende erinnert, dass die Diergardschen Wälder schon Anfang der 90er Jahre zum Verkauf standen. Damals war Mende Oberstadtdirektor. „Wir haben damals nicht gekauft, weil die Folgekosten beträchtlich waren“, sagt Mende. Es könne auch nicht sein, dass Privatunternehmer dem Steuerzahler Defizite wie bei dem Bürgerbusch aufhalsten. Zudem habe die Stadt einige rechtliche Möglichkeiten, um den Waldeigentümer zur ordentlichen Pflege des Bürgerbuschs zu zwingen. Mende zeigt sich skeptisch, dass die Stadt den Kauf des Waldes stemmen könne. Immerhin erwarte sie 2009 einen Verlust von 100 Millionen Euro.
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