Opladen: Stadthalle: Streit um 100 000 Euro Pacht
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 28.10.2009Opladen (RPO). Der neue Mann in der Opladener Stadthalle räumt auf. "Wir sind mit Putzen beschäftigt", sagt Dr. Michael Lamm. Da gebe es zwar viel zu tun. Aber im Laufe der nächsten Woche werde das Restaurant wieder eröffnet. "Alle geplanten und gebuchten Veranstaltungen – natürlich auch die der Karnevalsvereine – sind gesichert", verspricht Lamm und ergänzt: "Es soll jetzt wieder Ruhe einkehren."
Anwälte eingeschaltet
Denn seit einigen Monaten geht es offenbar sehr bewegt zu hinter den Kulissen der Stadthalle zu. Mehrere Anwälte widmen sich den Vorgängen. Einer davon ist der Opladener Peter Mauel, der für den Eigentümer von Halle, Restaurant und Hotel, den Duisburger Projektentwickler Uwe Fuhrmann, arbeitet. Er berichtet gestern im RP-Gespräch von einem juristischen Streit mit dem Pächter des gesamten Komplexes an der Fürstenbergstraße: Sven Reumkens. Der schulde Fuhrmann nach Mauels Darstellung mehr als 100 000 Euro Miete: Die Summe werde eingefordert, zudem laufe am Kölner Landgericht eine Räumungsklage.
Mauel bestätigt, dass "der Pächter (Reumkens) durch Vermietung an Dritte höhere Geldbeträge" kassiert habe. Mindestens zwei Mal soll Reumkens Stadthalle samt Restaurant unterverpachtet haben. Mauel deutet an, die Zahl dieser Pächter könnte höher liegen. Einer dieser Pächter ist Okan Colak. Der Kerpener legt einenVertrag vor, den er mit Reumkens geschlossen habe: Gemeinsam mit Geschäftspartner Cihan Cem Bayrak habe er am 15. Oktober seine neue Tätigkeit als Pächter in der Halle aufnehmen wollen und dafür fast 37 000 Euro an Reumkens gezahlt.
"15 Tage Horror ohne Ende"
"Als wir am 16. Oktober anfangen wollten, stand das Telefon nicht mehr still", erzählt Colak. Am anderen Ende seien Mitarbeiter und Lieferanten gewesen, die Lohn und offene Rechnungen einforderten. Gegenüber unserer Zeitung bestätigte ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadthalle, dass Reumkens ihm Geld schulde.
Ein weiterer Mann (Name der Redaktion bekannt) berichtet, mit ihm sei Reumkens auf die gleiche Weise verfahren wie mit Colak. Er beklage mehr als 70 000 Euro Verlust. Nach "15 Tagen Horror ohne Ende" habe er aufgegeben, sein Rechtsanwalt bemühe sich, vom Geld zu retten, was zu retten ist. Colak und Bayrak warfen am Samstag bereits nach neun Tagen das Handtuch. Auf sie folgte Lamm als Pächter – das berichten zumindest Lamm selbst, Fuhrmann, Colak und Mauel übereinstimmend.
Sven Reumkens allerdings bestreitet dies gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: "Herr Lamm ist lediglich ein Repräsentant des Eigentümers." Betreiber von Stadthalle und Restaurant sei weiter seine Vivendi Hotelbetriebs Verwaltungs GmbH, Colak sei weiterhin Pächter: Das gemeinsame Konzept könne in der kommende Woche vorgestellt werden.
Einen Rechtsstreit mit Fuhrmann bestätigt er, wolle darüber aber nicht am Telefon sprechen. Den Vorwurf ausstehender Löhne weist er zurück: "Bei uns wird jeder Mitarbeiter bezahlt."
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