Leverkusen: Streit im Bus schlichten
VON BRITTA KRAUSS - zuletzt aktualisiert: 01.11.2007Leverkusen (RPO). 19 Schüler der Gesamtschule Schlebusch erhielten gestern bei der Wupsi einen offiziellen Busbegleiter-Ausweis. In Trainingseinheiten waren sie auf ihre Tätigkeit vorbereitet worden.
Fixheide Einen Bus ist Eric Noack bis gestern noch nie selbst gefahren. Damit wurde der 16-Jährige nun für sein Engagement bei dem Präventivprojekt „Fahr Fair“ belohnt. Unter Aufsicht von Fahrlehrer Manfred Miseré drehte er eine Runde auf dem Gelände der Kraftverkehr Wupper-Sieg AG (Wupsi) an der Borsigstraße. Gestern bekam Eric zusammen mit 18 weiteren Neuntklässlern der Gesamtschule Schlebusch auch feierlich seinen offiziellen Busbegleiter-Ausweis überreicht.
In fünf Trainingseinheiten hätten die engagierten Schüler und Schülerinnen gelernt, bei Rangeleien auf dem Schulhof oder im Bus gewaltlos zu schlichten, so Andreas Stein von der Wupsi. Er ist hauptberuflicher Verkehrsmeister und einer der beiden Trainer der Jugendlichen. In Rollenspielen habe man richtiges Verhalten geübt. Der Leverkusener Hauptkommissar Rolf Lattner war für die rechtlichen Fragen zuständig.
Von Anfang an dabei
Bereits vor fünf Jahren wurde das Präventivprojekt „Fahr fair“ ins Leben gerufen. Seit 2004 engagieren sich auch vier Leverkusener Schulen gegen die wachsende Gewaltbereitschaft in Bussen. Die Gesamtschule Schlebusch gehörte mit zu den Teilnehmern der ersten Stunde.
Nun dürfen sich die Teilnehmer stolz „Busbegleiter“ nennen. Ab November tragen sie alle im Bus einen Lichtbild-Ausweis um den Hals. Ob die Mitschüler das Eingreifen der Schlichter akzeptieren? „Sicherlich nicht alle“, vermutet Eric. Aber da man immer zu zweit unterwegs sei, könne man sicherlich etwas bewirken. „Sehr chaotisch“ sei es immer im Bus.
Insgesamt sind nun 30 Busbegleiter von der Gesamtschule unterwegs, jedes Jahr werden neue Schüler ausgebildet. Und das Projekt erfreut sich wachsender Beliebtheit. So ein Engagement macht sich eben auch gut im Lebenslauf. Von einem hohen Bildungswert sprach Schulleiterin Margret Roos, die hofft, dass ihre Schüler durch die Arbeit etwas dazulernen.
Wupsi-Vorstand Marc Kretkowski wies bei der Ausweis-Übergabe auf die steigende Zahl von Zwischenfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Sitze würden aufgeschlitzt, Nothämmer entwendet und besonders kleine Kinder im Gedränge weggeschubst. „Fahr Fair“ bindet nun diejenigen ein, die davon betroffen sind: die Schüler. Vor fünf Jahren rief die Wupsi die Aktion zusammen mit der Verkehrswacht, der Polizei und der Stadt Leverkusen ins Leben. Egon Hufenstuhl, Geschäftsführer der Verkehrswacht Leverkusen, ist der Projektleiter.
Er freut sich über das Selbstbewusstsein der Schüler. Dass „Fahr Fair“ funktioniert, haben auch schon andere Verkehrsbetriebe vorgemacht. Auch in Remscheid und Wuppertal sind Busbegleiter unterwegs.
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