Opladen: Streit um Mietervereins-Leitung
VON GABI KNOPS-FEILER - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009Opladen (RPO). In einer Kampfabstimmung hat sich Walter Goch, ehemaliger Geschäftsführer des Mieterbundes NRW, gegen seinen Vorgänger Hans Klose als Mietervereins-Vorsitzender durchgesetzt. Zuvor wurde viel schmutzige Wäsche gewaschen.
Eine geschlagene Stunde musste Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn am Mittwochabend vor der Türe des Ratsaals warten, bis er endlich hinein durfte, um eine kurze Ansprache zu halten. Im Inneren spielten sich unterdessen Szenen ab, die fast schon reif fürs Theater wären. Kein Wunder, dass eine Augenzeugin nach der Versammlung kopfschüttelnd sagte: "So etwas habe ich noch nicht erlebt".
Folgendes war geschehen: Der Mieterverein für Leverkusen und Umgebung hatte zur Mitgliederversammlung ins Verwaltungsgebäude eingeladen. Rund 70 Personen waren gekommen. Der inoffizielle Teil mit Ehrung der Jubilare und Jahresbericht ging so weit planmäßig über die Bühne. Erst als der Punkt "Wahl des Vorstandes" anstand, kam es zu offen ausgetragenen Streitigkeiten.
Neue Verordnung
Seit 1. Oktober 2009 gilt die neue, verschärfte Energieeinsparverordnung EnEV, die unter anderem Energieausweise als öffentlich-rechtliche Nachweise von Vermietern fordert. Für Mieter dürfte das vor allem Auswirkungen auf die kommende Heizkostenabrechnung haben. Der Mieterverein möchte die Verordnung künftig als Grundlage zur Stärkung von Mieterrechten nutzen.
Vorwürfe an die Geschäftsleitung
Hans Klose (SPD) wollte wieder Vorsitzender werden. Walter Goch, ehemaliger Geschäftsführer des Mieterbundes NRW, trat gegen ihn an. Goch stellte sich kurz vor, Klose versuchte die Mitglieder mit Eigenwerbung und Vorwürfen in Richtung Geschäftsleitung für sich zu gewinnen: "Es gibt viele Mitglieder, die nach wie vor unzufrieden sind. Ich bin ziemlich sicher, dass die Geschäftsleitung einen Teil der Schuld trägt."
Gemeint war in erster Linie der Verlust von annähernd 2000 Mitgliedern innerhalb der letzten fünf Jahre wegen interner Streitigkeiten. Einem Zuhörer platzte schließlich der Kragen: "Was sich hier abspielt, ist unmöglich", sagte der Mann. Er habe große Lust, wieder aus dem Mieterverein auszutreten, weil zu viel schmutzige Wäsche gewaschen werde. An Klose gewandt forderte er: "Sie haben doch die Mieter zu vertreten und nicht bestimmte Partei-Interessen."
Ob mit einem neuen Vorstand Ruhe einkehrt? Die Versammlung entschied sich mehrheitlich für Goch. Klose packte seine Sachen und würdigte die Anwesenden, insbesondere aber Geschäftsführer Volker Ziaja, keines Blickes. Immerhin trat er später noch einmal ans Mikrofon, dankte seinen Wählern und wünschte dem neuen Vorstand Glück.
Vier Vorstandskandidaten, die Goch "aus persönlichen Gründen" die Zusammenarbeit verweigerten, wurden umgehend ersetzt. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Ralf Kleine (Opladen) gewählt, neue Schriftführerin ist Ute Johannes (Solingen), neuer Kassierer Jürgen Kiel (Leichlingen). Zu Beisitzern wurden Miriam Hoffmann, Martina Frimmersdorf und Beate Tront bestimmt.
Als wieder Ruhe eingekehrt war, hatte Lukas Siebenkotten, der Direktor des Deutschen Mieterbundes, endlich Gelegenheit, über das Thema "Energieeffizienz in Wohnungen" zu sprechen. Es ging in seinem Referat dabei vor allem um die neue Energieeinsparverordnung (EnEV).
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