Leverkusen: Stromausfall in der Innenstadt
VON INA LAUER UND CHRISTINA WAGEMANNS - zuletzt aktualisiert: 16.06.2010Leverkusen (RPO). In vielen Geschäften der Wiesdorfer Innenstadt ging gestern für eine Stunde das Licht aus. Wer konnte, griff auf Notstrom-Aggregate zurück, ein Mann musste ins Krankenhaus. Ursache der Störung: eine defekte Muffe.
Wiesdorf Frauen mit Lockenwicklern in den Haaren nahmen gestern Mittag kurzerhand auf den Bänken auf dem Bürgersteig der Nobelstraße Platz. Statt in den Friseurräumen wurden die Kunden an der frischen Luft weiter frisiert. Die Mitarbeiter vom Fanshop am Markt konnten keine Jahreskarten mehr verkaufen. Und gleich nebenan an der Breidenbachstraße schmolz dem Eisverkäufer Sabatino Santo die gefrorene Leckerei davon. Dem Sizilianer blieb nichts anderes übrig, als das Eis wegzuschmeißen.
Vom Kaufhof bis zum Modegeschäft Wehmeyer und zur Bäckerei Merzenich hatten die Händler das gleiche Problem: In ihren Geschäften gab es seit kurz vor 13 Uhr keinen Strom. Rund eine Stunde benötigte die Energieversorgung Leverkusen (EVL) den Ausfall rund um den Wiesdorfer Platz zu beheben.
Defekte Muffe
Dann hieß es: "Die Versorgung ist steht wieder", sagte EVL-Sprecherin Regina Steuernagel. Eine defekte Muffe (Bauelement zur Verbindung zweier Kabel) am Rüttersweg hatte zu dem Fehler im Stromnetz geführt. Mithilfe von Umschaltungen verschiedener Leitungen wurde eine Ersatzversorgung hergestellt. "Es werden auch bereits Reparaturarbeiten an der defekten Leitung im Rüttersweg vorgenommen", berichtete Regina Steuernagel am Abend. "Die Anwohner sind durch die Reparaturarbeiten aber nicht beeinträchtigt, da jede Leitungsstrecke immer zweifach abgesichert ist."
Glücklich waren alle Geschäftsleute, die während des Stromausfalls auf Notstrom-Aggregate zurückgreifen konnten. Dies galt für die Geschäfte in der Rathaus-Galerie und das Parkhaus des Kaufhofs. "Das ECE war lediglich zum Teil betroffen. Dank der Notstrom-Aggregate und zusätzlichen Batterien konnte normal weitergearbeitet werden", berichtete Kathrin Becker, Managerin des ECE. "Im Zweifel hat der Kunde gar nicht gemerkt, dass es überhaupt einen Stromausfall gegeben hat."
Rauch im Kaufhof-Parkhaus
Überhaupt nicht betroffen war der Kaufhof am Wiesdorfer Platz. Das Warenhaus verfügt über eine separate Stromleitung.
Aus dem zugehörigen Parkhaus, das von der APCOA betrieben wird, konnten die Kunden problemlos ihr Auto holen und an den Kassenautomaten bezahlen. "Nur die Beleuchtung musste auf Notfallbeleuchtung umgestellt werden", sagte Parkhausbetreuer Kristian Baumgarten. Jedoch sorgte das Notstrom-Aggregat des Parkhauses selbst kurzfristig für Aufregung bei der Bevölkerung. "15 besorgte Anrufer meldeten einen dichten Rauch im Kaufhof-Parkhaus", sagte Hermann Greven, Leiter der Berufsfeuerwehr. "Vor Ort stellte sich heraus, dass der Dieselmotor des Notstromaggregats reichlich Abgase produzierte. Das ist aber nicht ungewöhnlich."
Die Feuerwehr musste allerdings ein weiteres Mal aktiv werden: "Das Beatmungsgerät eines Anwohners fiel ebenfalls aus, der Mann musste vorübergehend in ein Krankenhaus gebracht werden."
Weniger Glück hatten die kleineren Geschäfte und der Rewe-Markt. Letzterer musste aus Sicherheitsgründen die Filiale komplett schließen. "Unsere Kassen und Scanner funktionierten nicht", sagte Filialleiter Ralf Hermann. "Wir konnten die Kunden nicht abrechnen."
Für genau so eine Situation hat Wolfgang Greiss vorgesorgt. Der Inhaber des Fotogeschäfts an der Breidenbachstraße kassierte fröhlich mithilfe einer alten Registrierkasse mit seitlicher Handkurbel.
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