Leverkusen: TBL-Chef vor Entmachtung?
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011Leverkusen (RPO). Es steckt Zündstoff in der Tagesordnung des Verwaltungsrats der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL). Denn was für die Sitzung am Dienstag als Satzungsänderung angekündigt ist, wertet TBL-Chef Reinhard Gerlich als Versuch einer Entmachtung.
Die neue Satzung sieht zum einen vor, dass die TBL künftig pro Jahr zusätzliche kostenlose Serviceleistungen für die Stadt (Absperrung bei Fußball und Karneval) in Höhe von einer Viertelmillion Euro erbringen müssen – nach der Übertragung der Hochwasserschutzaufgaben für jährlich rund 400 000 Euro ein weiterer dicker Brocken.
Verärgert ist Gerlich aber offenbar vor allem über einen Passus, der besagt: "Sämtliche organisatorischen Änderungen sind vor Umsetzung dem Verwaltungsrat mit Begründung zur Zustimmung vorzulegen." In einer siebenseitigen Stellungnahme wertet der TBL-Chef das Vorhaben als Misstrauensvotum. Die Satzungsänderung stelle einen "tiefen Eingriff in die Leitungsfunktion" dar.
Der Begriff "organisatorische Änderung" sei womöglich umfassend gemeint. "Mit dieser Regelung wäre der Vorstand nicht mehr handlungsfähig", schreibt Gerlich. Wie aus Verwaltungskreisen verlautet, ist der TBL-Chef mehrfach mit Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn aneinandergeraten. Dieser hatte ihm Eigenmächtigkeiten vorgeworfen. Direkten disziplinarischen Einfluss auf den Chef des Eigenbetriebes hat er aber nicht. KOMMENTAR
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