Leverkusen: Tresor-Aufbrüche werden immer beliebter
VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS - zuletzt aktualisiert: 15.01.2011Leverkusen (RPO). Diese Diebe hatten keine Hemmungen. Während Eltern und Kinder im vergangenen November mit beim Sankt-Martinszug durch Alkenrath gingen, machten die Räuber sich am Geldschrank des Pfarre St. Johannes der Täufer zu schaffen.
Zumindest das Gotteshaus ließen die dreisten Einbrecher unangetastet – verwüsteten allerdings rundherum viel. "Sie haben alle Schränke auf- und sämtliche Sachen her-ausgerissen, haben Türen eingetreten und aufgebrochen", erzählt Kirchenvorstandsmitglied Manfred Frorath. "Den Geldschrank karrten sie mit unserer Sackkarre weg."
Geldschrank tauchte in der Sieg auf
Im Dezember tauchte der Tresor wieder auf – in der Sieg. Zum Glück der Gemeinde war das 150 Kilo schwere Ungetüm total vereist. Frorath: "Die Diebe haben ein geldkassettengroßes Loch in den Panzerschrank geflext, das Geld rausgeholt und ihn in der Sieg entsorgt."
Glücklicherweise habe sich dabei ein Stoß Akten vor das Loch gesetzt und so verhindert, dass alles andere, was noch drin war, herausgeschwemmt wurde. "Beispielsweise unsere Kirchensiegel haben wir so wiederbekommen." Von Tresor-Aufbrüchen oder dass gleich ganze Tresore bei einem Einbruch mitgenommen wurden, hört man in der letzten Zeit öfter. Erst am 22. Dezember brachen Unbekannte bei einem Autoteile-Händler in der Fixheide ein, knackten den Panzerschrank, ließen Bargeld und Navigationsgeräte mitgehen. Am 26. November rückten Räuber mit einem Lieferwagen am Witzheldener Bechhauser Weg an, brachen dort in ein Haus ein, suchten gezielt den Raum auf, in dem der Geldschrank war und nahmen das Ungetüm mit.
Am 11. November, ebenfalls in der Zeit des St. Martin-Zuges, versuchten Diebe in Opladen, einen knapp 300 Kilo schweren Tresor zu stehlen. Die Täter zogen das Stahlteil bis zur Küche und wuchteten es über die Arbeitsplatte durchs Küchenfenster auf die Terrasse. Dann ergriffen sie die Flucht. Am 9. November ließen Diebe bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in der Leichlinger Straße "Rothenberg" einen kleinen Tresor mitgehen, den sie im Schlafzimmerschrank entdeckten.
Die Tresor-Masche: für die Polizei nichts Neues. Polizeisprecher André Faßbender: "Gerade bei kleinen Tresoren, die man im Schrank ,verstecken' kann, ist es üblich, die einfach mitzunehmen." Das sei einfacher für die Täter als der Versuch, sie vor Ort aufzumachen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






