Opladen: Trinkerszene: Kontaktcafé im Ex-Hofacker-Ladenlokal
VON ANDREA RÖHRIG - zuletzt aktualisiert: 20.10.2006Opladen (RPO). Seit ein paar Wochen ist es am Trinker-Treffpunkt Bahnhofstraße merklich ruhiger geworden. Kaum Gebrüll und so gut wie keine Wildpinkler mehr in den Hinterhöfen – trotz des guten Wetters. Ein erstes Indiz dafür, dass eine bereits umgesetzte Maßnahme wirkt? Seit August besucht eine Streetworkerin der Caritas das auffällige Klientel zwei Mal die Woche und hat so erste Kontakte zu den zumeist in Opladen Wohnenden aufgebaut.
Erste Erfolge
Von einer Lösung des Problems will Bärbel Brüning aus der Caritas-Geschäftsführung noch nicht sprechen: „Dafür stehen wir mit dem Projekt gerade erst am Anfang. Aber es gibt schon einige der Betreffenden, die nun unsere Beratungsangebote in Wiesdorf bereits nutzen und auch bereit sind, etwas zu ändern.“ Es werde sicherlich auch Rückschläge geben, hofft Brüning aber auf ein bisschen Geduld noch der Anwohner.
Am Mittwoch hatte die Stadt interessierten Anwohnern und Politikern den Stand der Dinge erläutert. Auch die Einrichtung eines Kontaktcafés scheint nun doch möglich zu sein. Die Caritas hatte mit Hilfe der Stadt nach einem geeigneten Ladenlokal Ausschau gehalten, das nicht ganz so zentral in Opladen liegt. Allerdings stießen die Bemühungen bei den Vermietern bislang auf taube Ohren Nun befänden sich die Verhandlungen mit dem Eigentümer des ehemaligen „Autoteile-Hofacker“-Ladenlokals an der Gerichtsstraße zur zukünftigen Einrichtung eines „Kontaktcafés“ auf einem viel versprechenden Weg, so die Stadt weiter. Unter „Kontaktcafé“ werde eine Räumlichkeit verstanden, in der Beratungs- und Beschäftigungsangebote durchgeführt würden und die Benutzung sanitärer Einrichtung möglich sei, so die Stadt weiter.
In das Kontaktcafé setzt auch Bärbel Brüning Hoffnungen. Der Weg nach Wiesdorf ist für das Klientel weit; und für so manchen könnte es ein Anreiz sein, die anderen dann dort einmal wiederzusehen.
FDP-Bezirksvertreter Friedrich Busch wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die Problemgruppe in dem Kontaktcafé eine Tagesstruktur erlernen soll. Nach seinen Ausführungen übernimmt der Bund die Personalkosten für die Caritas-Streetworkerin, die Mietkosten für das seit langem leer stehende Ladenlokal am Ende der Gasse zwischen Bahnhofstraße und Gerichtsstraße trägt die Stadt Leverkusen.
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