Leverkusen: Verbund für junge Ärzte
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Leverkusen (RP). Die Krankenhäuer Remigius und St. Josef und elf Hausarztpraxen tun sich zusammen, um Ärztemangel zu vermeiden und Nachwuchs-Mediziner zu fördern.
Etwa 200 Anerkennungen neuer Hausärzte braucht die Region Nordrhein, um den Stand zu halten. Tatsächlich liegt der Stand deutlich darunter: 2010 waren es 97 Anerkennungen. Ärztemangel ist die Folge. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich die Lage noch verschärfen.
Außerdem sind immer mehr Frauen darunter, die wegen der Familiensituation nicht Vollzeit arbeiten wollen, und der Trend zur Arbeitszeitverkürzung macht sich bemerkbar.
Weil es Zeit wird, dieser Entwicklung entgegenzusteuern, hat sich in Leverkusen ein Verbund gegründet, der die praktische Ausbildung junger Ärzte erleichtern soll. Gestern übergab Karl-Dieter Menzel als Leiter der Weiterbildungsabteilung der Ärztekammer Nordrhein die entsprechenden Urkunden an Vertreter der Partner. Das sind die katholischen Krankenhäuser Remigius, und St. Josef sowie elf Hausarztpraxen.
Komplizierte Weiterbildung
Nach dem sechsjährigen Studium erhält ein Mediziner seine Berufszulassung (Approbation). Anschließend findet die fachärztliche Weiterbildung statt. Für Fachärzte der Allgemeinmedizin sind 60 Monate in unterschiedlichen Bereichen vorgeschrieben. "Davon 36 Monate stationäre Basisweiterbildung in einer Klinik und 24 Monate ambulante hausärztliche Versorgung sowie 80 Stunden Kursweiterbildung", zählt Dr. Marc Spielmanns, Chefarzt der Inneren Medizin am Remigius-Krankenhaus auf. Diese Zeit ist für die Ärzte schwierig. Selten klappt es lückenlos mit den Stellen, manchmal ist ein Wohnortwechsel nötig.
Und das Vergütungssystem ist unterschiedlich. In Krankenhäusern wird nach Tarif bezahlt, niedergelassene Ärzte finanzieren einen Assistenzarzt selbst. Die Bezahlung ist nun im Verbund einheitlich geregelt.
Vorteil für die jungen Ärzte: Sie finden in der Weiterbildungszeit leicht eine Anschlussbeschäftigung im Verbund und können so in Leverkusen wohnen bleiben. Das erhöhe die Chancen, dass sie sich später hier selbstständig machen, sagt Dr. Peter Travnik, einer der niedergelassenen Ärzte im Verbund.
Er stellt fest, dass die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat und möchte dem Nachwuchs den Weg ebnen. Auch Kollege Dr. Hinrich Haag hat sich angeschlossen. "Ich bin ein überzeugter Netzwerker", sagt er. In Zusammenarbeit funktioniere vieles besser, auch wenn künftig wegen älter werdender Menschen, noch mehr auf Ärzte zukomme.
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