Leverkusen: Verkehrschaos bei der KiKa-Tour
VON LISA HAHN UND LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008Leverkusen (RPO). Wiesdorf „Es ist einfach viel zu voll. Ich habe Angst, meinen Sohn Ramino zu verlieren“, sagte Isabel Llabres gestern besorgt und blickte auf den Achtjährigen. Unberechtigt war ihre Angst nicht: Das Gastspiel der KiKa-Sommertour hatte rund 80 000 Besucher in den Park gelockt. Der war völlig verstopft. Michaela Stenzel aus Mönchengladbach klagte: „Wenn man zwei Kinder hat, kann man sich nicht gerade entspannen, weil man ständig Angst hat, dass eins verloren geht.“
Die langen Warteschlangen vor den Attraktionen waren wohl das kleinere Übel. Denn rund um den Park herrschte ein Verkehrschaos. Die Brücke über der Rheinallee war bereits um 13 Uhr überfüllt, die Rheinallee wurde kurz darauf gesperrt. Durch die Parknot kam es auf der A 59 und der Tangente zur A 1 zu erheblichem Rückstau. „Einige Autofahrer verloren die Nerven und nutzten den Seitenstreifen um weiterzukommen“, sagte gestern eine Polizeisprecherin. Anreisen zum Sommerspektakel des Kinderkanals wollten nicht nur Familien aus Stadt und Umland, sondern auch vom Niederrhein und dem Ruhrgebiet. Wer es bis nach Wiesdorf schaffte, der stand vorm nächsten Problem: „Die Parkplätze waren heute morgen ruckzuck voll“, sagte Lothar Obst vom THW Leverkusen, das die Stadt Leverkusen unterstützte. Vom Fest kolportiert wurde, dass KiKa sich nicht genau an die Auflagen der Stadt bezüglich Beschilderung zu den Parkplätzen gehalten haben soll. Am Morgen gab es stundenlange Verhandlungen mit dem Straßenverkehrsamt, auch die Straßen zum Parken freizugeben, in denen sonst Parkverbot herrscht. Unter anderem wurden auch ungestraft Radwege zugestellt. Kurios: Wer in dem Ausnahmezustand das Verbot missachtete und halb auf dem Gehsteig parkte, bekam ein Knöllchen. Wohl erstmals in seiner Geschichte durften auf dem Westring die Seitenstreifen beparkt werden. Der Kreisverkehr an der Olof-Palme-Straße wurde von der Polizei umfunktioniert: Der Verkehr durfte nur noch geradeaus zum Parkplatz am Baumarkt fahren oder gleich weiter zu den Plätzen unter der Stelzenautobahn.
Der eigentliche Grund für den Auftrieb, die KiKa-Sommertour, geriet fast schon in Vergessenheit. Dabei waren sämtliche Stars des Senders von der Partie. Bei KiKaKiKa sah man die Sache gelassen. Michaela Klauer von der Projektleitung: „Es ist voll, aber nicht zu voll.“
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