Leverkusen: Vermisster tot – Vorwürfe gegen Ermittler
VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS UND STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2011Leverkusen (RPO). Nun ist es traurige Gewissheit: Der seit dem 22. Januar vermisste 82-Jährige, der im Evangelischen Von-Diergardt-Altenheim an der Geschwister-Scholl-Straße in Alkenrath lebte, ist tot. Dies teilte die Polizei am Montag mit. Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es keine Hinweise auf eine Fremd- oder Gewalteinwirkung, informierten die Beamten. Die Ermittlungen dauerten aber noch an.
Die Leiche des Seniors war am Sonntagnachmittag gegen 14.30 Uhr im Bürgerbusch gefunden worden – von der Leverkusenerin Roswitha Weyer und deren Mann, die dort spazieren gegangen waren. Roswitha Weyer meldete sich gestern telefonisch in der Redaktion unserer Zeitung. Und äußerte Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden. Es sei ihr unverständlich, warum man den Vermissten nicht früher gefunden habe. "Denn eigentlich war er sehr gut sichtbar. Sucht eigentlich niemand mehr nach alten Menschen, wenn sie verschwinden? Die Geschichte hat mich seit gestern nicht mehr losgelassen", sagte Weyer anklagend.
Tatsächlich hatte der Tote im Bürgerbusch nahe der Geschwister-Scholl-Straße gelegen, gar nicht so weit weg von dem Heim, in dem er lebte. Die Weyers hatten zunächst gedacht, einen Berg Kleidung vor sich zu haben, dann aber schnell festgestellt, dass es sich um einen Menschen handelte. Zuvor waren sie ein Stück vom regulären Weg abgewichen, aber nicht sehr weit, wie Roswitha Weyer erzählte. Dass in den vergangenen beiden Wochen niemand die Leiche entdeckt hatte, ist ihr deshalb ein Rätsel.
Hubschrauber und Hunde
Die Polizei hatte nach eigener Aussage alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Vermissten zu finden. Noch an dem Abend, als die Heimangestellten das Verschwinden gemeldet hatten, seien diverse Adressen kontrolliert worden, zu denen der Senior, der als körperlich fit, aber leicht orientierungslos bezeichnet worden war, hätte unterwegs gewesen sein können. Zudem wurden laut Polizei Taxi- und Rettungsdienste sowie Krankenhäuser abgefragt. Als das nichts brachte, hatten die Suchkräfte tags darauf aufgerüstet.
Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera sei eingesetzt worden; zudem hätte das Technische Hilfswerk (THW) Unterstützung geleistet und sogar speziell ausgebildete Hunde auf die Suche geschickt. Darüber hinaus hatte die Polizei ein Foto des 82-Jährigen veröffentlicht. Dazu waren allerdings nach Angaben der Ermittler nur spärlich Hinweise eingegangen, die alle nichts ergeben hätten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






