Leverkusen: VfL kämpft gegen Drogen
VON SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009Leverkusen (RPO). Wie stark zwei Promille Alkohol im Blut die Wahrnehmung beeinträchtigen, davon konnten sich am Mittwochabend die Jugendmannschaften des VfL Witzhelden überzeugen. Und das ganz ohne Kater am nächsten Morgen: Eine Spezialbrille simulierte die verzerrte Sicht auf die Welt.
Auch Dustin Weickert versuchte, mit einer solchen Brille einen Schaumstoff-Ball in eine kleine, gelbe Kiste zu schießen – der 13-jährige C-Jugend-Fußballspieler trat voll daneben. "Man sieht alles zwei Mal und beim Gehen denkt man, dass man umkippt", beschrieb er das Erlebnis. Dieser ungewöhnliche Aktivparcours war Teil einer Präventionsaktion des VfL. Unter dem Motto "Stark gegen Drogen" informierte die Jugendabteilung über die Gefahren so genannter Alltagsdrogen.
"Je früher Jugendliche mit dem Konsum beginnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Abhängigkeit entsteht", warnte der Suchtmediziner Jens Gebhardt. Er stand den etwa 50 Gästen in der Bürgerbegegnungsstätte Witzhelden Rede und Antwort – gemeinsam mit Jürgen Salewski vom Präventions-Dienst des Rheinisch-Bergischen Kreises und dem Leichlinger Straßensozialarbeiter Klaus Luther.
"Wir sind uns der Verantwortung als Verein bewusst", betonte VfL-Jugendleiter Wilfried Busch. Schon im vergangenen Jahr hatte sich der Verein eines ähnlich sensiblen Themas angenommen: der Doping-Prävention. Für dieses außergewöhnliche Engagement hat der VfL viel Anerkennung bekommen.
Ein wahrer Auszeichnungs-Regen ergoss sich über die Jugendabteilung – ein Anti-Doping-Sonderpreis des Deutschen Olympischen Sportbundes, ein "Stern des Sports", der Ehrenamtspreis der Bayer 04 Sportförderung. "Das motiviert natürlich", sagte Vorstandsmitglied Yvonne Dahm. Vor allem, weil anfangs auch im Verein mancher Skeptiker überzeugt werden musste. "Da haben einige gefragt, was wir im Freizeitsport mit dem Thema Doping sollen", erzählte Dahm. Kurze Zeit später stand das Thema in den Medien ganz oben.
Der VfL will sich weiter in dem Bereich engagieren. "Wir wollen dabei realistisch sein und nicht weltverbesserisch auftreten", sagte Wilfried Busch. Auch bei den Turnieren und Vereinsfesten des VfL gibt es Bier- und Frittenwagen. "Aber wir achten darauf, dass wir auch gesunde Ernährung anbieten." Was die Getränke angeht, laute das Motto: "Frisch gezapft und frisch gepresst" – Fruchtsäfte als gesunde Alternative zum Gerstensaft. Außerdem hat der Verein den Trainern seiner Jugendmannschaften einen Verhaltenskodex an die Hand gegeben. "Für die ist klar, dass sie nicht mit Zigarette und Bierdose auf dem Platz stehen", sagt Busch.
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