Opladen: Viele Stornierungen für die Stadthalle Opladen
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 01.12.2009Opladen (RPO). Nach zwei turbulenten Monaten ist es stiller geworden um die Opladener Stadthalle. "Wir hoffen, dass sich die Lage stabilisiert", sagt Holger Schieberle. Er ist der Rechtsanwalt von Uwe Fuhrmann, dem Eigentümer der Stadthalle.
Nach dessen Zwist mit dem Pächter Sven Reumkens – der rausgeworfen, wiedereingesetzt und wieder rausgeworfen wurde – hat seit zwei Wochen das Sagen in Halle, Hotel und Restaurant die Agnus Betriebs- und Betreuungs GmbH, deren Berater Michael Lamm (auch er war rausgeworfen worden) seit einem Gerichtsbeschluss letzte Woche die Gebäude wieder betreten darf.
Wupperveilchen ziehen um
Nun ist viel Aufbauarbeit nötig. "Für die Stadthalle hat es eine Vielzahl an Stornierungen gegeben", berichtet Schieberle. Gestern verlängerte sich die Liste der Absagen um die Wupperveilchen. Vorsitzender Manfred Luxem verkündete den Umzug der Damensitzung seiner Gesellschaft. Statt in der Opladener wird 7. Februar in der Bergisch Neukirchener Stadthalle gefeiert. Der Wechsel liege am Pächterwechsel, schrieb Luxem.
Während der Betrieb des Hotels laut Schieberle ("Es war durchgehend geöffnet") wenig Probleme bereite, machten Restaurant und Halle den Betreibern einigen Kummer. Im Raum steht weiter der Vorwurf, dass kostspieliges Inventar verschwunden sei, etwa eine teure Kaffeemaschine. Ein weiteres zu beackerndes Feld sind die Mitarbeiter. "Es ist nicht einfach, Personal zu finden", verrät Schieberle mit Verweis auf viele Aushilfen, die ausstehenden Lohn für Dienste in Halle und Restaurant beklagen. "Einige wollen nur gegen Vorkasse arbeiten – das kann ich gut verstehen", erzählt der Rechtsanwalt.
Zwangsverwalter eingesetzt
Abseits der Versuche, Vertrauen bei Mitarbeitern und Gästen zurückzugewinnen, wurde eine Lösung für die Pachtzahlungen gefunden. Das Geld geht nicht an den vorläufigen Insolvenzverwalter Fuhrmanns, sondern an einen "Zwangsverwalter". Dieser wurde von der Hauptgläubigerin der mit Hypotheken belasteten Stadthalle eingesetzt und leitet die Zahlungen an die Gläubigerin weiter.
Aber das letzte juristische Wort rund um die Halle ist noch nicht gesprochen. Nächsten Jahr soll am Kölner Landgericht der Zwist zwischen Fuhrmann und Reumkens geklärt werden. Dort liegt laut Schieberle bereits ein Antrag auf eine (erneute) einstweilige Verfügung zur Stadthalle vor. Aber alles in allem ist Schieberle "guter Dinge", auch wenn sich "weitere Störfeuer nicht ausschließen lassen".
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