Leverkusen: Vom Winter ausgebremst
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 07.12.2010Leverkusen (RPO). Der ausgiebige Schneefall führte dazu, dass gestern in Leverkusen manches länger dauerte als gewohnt. Aber: Auf den Straßen blieb es ruhig, und die Technischen Betriebe kamen mit dem Räumen gut voran.
Am Landrat-Lucas-Gymnasium schlug verspäteten Schülern viel Verständnis entgegen. "Auch ein paar Lehrer haben es ja nicht rechtzeitig geschafft", verriet Schulleiter Michael Bramhoff. Aber nur ein Dutzend Kinder und Jugendliche blieben dem Unterricht wegen des Schnees am Montag ganz fern, zumeist handelte es sich dabei – wie bei den Verspäteten – um Schüler aus dem Bergischen.
Ältere besonders gehandicapt
Was für das Opladener Gymnasiasten galt, galt für viele Bereiche in Leverkusen: Es dauerte meist alles etwas länger. Die Wupsi berichtete von witterungsbedingten Verspätungen; aber es hätten alle Haltestellen angefahren werden können. Auch Besucher des Weihnachtsmarktes in Opladen kamen nicht so schnell voran wie sonst. "Gerade für ältere Leute sind die Verhältnisse ein Problem. Aber alle Händler versuchen, die Wege zu ihren Ständen freizuhalten", berichtete Veranstalter Abdu Medaissi, der sich am Morgen mit Salz und Granulat eingedeckt hatte.
Einsätze der Feuerwehr
Trotz Schnee und Glätte hält sich die Zahl der Feuerwehr-Einsätze in Grenzen. "Die Leute lassen ihr Auto wohl eher stehen", sagt Hermann Greven, Leiter der Feuerwehr. So kam es verstärkt zu Ausrutsch-Unfällen. Fünf Personen, die auf glatten Gehwegen gestürzt waren, hatten den Rettungsdienst angefordert.
Hilfe von der Stadt gab es in der Fußgängerzone keine: Anwohner und Geschäftsleute sind hier verantwortlich für den Winterdienst (sie haben einen ein Meter breiten Streifen vor den Gebäuden freizuhalten). Aber längst nicht jeder kam der Pflicht nach oder stellte den geräumten Bereich gleich mit Ständern, Tischen oder Stühlen wieder zu. Auch die Bahnhofstraße hatte tagsüber nur wenig vom winterlichen Überzug aus Eis und Schnee eingebüßt.
Die Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) berichteten am Mittag von weitgehend geräumten Straßen. Bis zu 57 Mitarbeiter waren ab Sonntag im Einsatz, um erst Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Steigung sowie im Anschluss in den Außenbereichen und an Bushaltestellen und Überwegen zu räumen und zu streuen. Ein paar Beschwerden habe es laut TBL-Chef Reinhard Gerlich aus dem Bereich Klief (Lützenkirchen) gegeben. "Das hatte damit zu tun, dass uns ein Unimog ausgefallen ist", sagte Gerlich.
Bislang hätten seine Mitarbeiter 180 Tonnen Salz und damit ein Viertel der städtischen Vorräte verbraucht. Dass es zu Salz-Engpässen wie im vorigen Winter (in dessen Verlauf die TBL 2200 Tonnen Streusalz verbrauchten) kommen könnte, glaubt Gerlich nicht: "Wir haben bereits prophylaktisch 1000 weitere Tonnen vorbestellt und gehen davon aus, dass unsere Bestände nun schnell wieder aufgefüllt werden."
Wenig Arbeit bereitete der Schnee der Polizei: "Auf den Straßen in Leverkusen blieb es ruhig", berichtete ein Sprecher der Kölner Behörde. Allerdings protokollierten die Ordnungshüter schon am Samstag den ersten Verstoß gegen die Winterreifen-Pflicht: Der Pkw der Frau, der am Samstag in Schlebusch mit einem Fußgänger zusammenstieß (wir berichteten), war auf Sommerreifen unterwegs. Im Bereich Ropenstall fuhr sich zudem ein Reisebus der Firma Hebbel fest. Sein Fahrer, der allein an Bord war, war an den Straßenrand gefahren, um ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbeizulassen. Aber seine Freundlichkeit wurde nicht belohnt: Aus eigener Kraft konnte der Bus die Fahrt nicht fortsetzen und wurde erst durch ein herbeigerufenes Bergungsunternehmen befreit.
Mehr Zeit für Klausuren
Auch die Oberstufenschüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums müssen warten: Sie schrieben gestern Klausuren. Während sich die übrigen Schüler in den Pausen beim Schneeballwerfen zurückhalten mussten (Schulleiter Bramhoff: "Der Schnee ist zu hart"), erhielten die Schüler drinnen mehr Zeit für die Klausuren – um Zu-spät-Gekommene nicht zu benachteiligen.
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