Alkenrath: Walzer unterm Regenschirm
VON BARBARA SCHMICKLER - zuletzt aktualisiert: 22.07.2008Alkenrath (RPO). Tanzen stand diesmal im Mittelpunkt der Kulturreihe „Morsbroicher Sommer“. Rund 200 Besucher kamen in den Schlosspark. Nur der einbrechende Regen trübte die Freude an der Bewegung.
„Wer tanzwütig ist, freut sich auf jede Swing-Party im Sektor“, sagt Diana Eichhorn strahlend. Sie kam am Sonntagnachmittag aus Remscheid, um mit anderen begeisterten Tänzern den Auftritt des Swing- und Tanzquartetts Köln unter dem Motto „Be-swingt – Tanz am Schloss“ im Schlosspark Morsbroich zu verfolgen.
Spontaner Auftritt
Bei schönem Wetter starteten Sänger und Saxophonist Olaf Weiden, Keyboarder Franz Rodenkirchen, Jacky Herborn am Bass und Jürgen Peiffer, der das Trio diese Saison auf dem Schlagzeug begleitet, mit einer musikalischen Reise quer durch die lateinamerikanischen Tänze mit Cha Cha, Rumba, und anderen Gesellschaftstänzen. Auch Evergreens wie „Hello Again“, „Moonriver“ und „Love is in the Air“ waren dabei. Auf der großen Holzbühne zeigten zwei junge Turnier-Tanzpaare der Tanzsportgemeinschaft Leverkusen ihr Können und sorgten für Begeisterung bei den Zuschauern.
Feuriges Finale
Archaische Feuerspiele mit Livemusik sind zum Abschluss des diesjährigen Morsbroicher Sommers angekündigt.
Die Veranstaltung steigt am Samstag, 26. Juli, um 22 Uhr im Schlosspark Morsbroich (Einlass 21 Uhr). Karten kosten 14,50 Euro (Kinder bis 14 Jahre frei).
Eigentlich waren einige Swing-Tänzer von der Kölner Gemeinschaft „HopSpot Cologne“ nur zum Mittanzen gekommen. Doch ganz spontan wurden sie von Organisatorin Anke Spiegel nach einem Auftritt gefragt. So swingten fünf Pärchen mit ihrem Tanztrainer Andreas Hoppe aus Bonn ganz frei und improvisiert vor Schloss Morsbroich. Sie tanzten Lindy Hop – ein Partnertanz, der in den 20er Jahren in Amerika in Verbindung mit Swing aufkam. Laut einer Legende stammt der ungewöhnliche Name von Amerikanern, die gefragt wurden, was sie genau tanzten. Sie hätten keine Antwort gewusst und eine Zeitungsschlagzeile zu Charles Lindberghs erstem Nonstop-Flug über den Atlantik gesehen. „In der Zeitung soll ,Lucky Lindy hops the Atlantic’ gestanden haben. Daher antworteten die Tänzer, ihr Tanz hieße Lindy Hop“, erklärt Tanzlehrer Hoppe.
Enttäuscht waren viele Besucher über das schlechte Wetter, nach gut anderthalb Stunden begann es ununterbrochen zu regnen. Doch dann war es bereits zu spät, die aufwändige Technik der Band ins Schloss zu verlegen. Trotzdem ließen sich die Tänzer nicht entmutigen. Spontan wurden die weißen Sonnenschirme zu Regenschirmen umfunktioniert. Ein Paar tanzte trotz strömenden Regens einen Walzer auf Johann Strauß’ „An der schönen blauen Donau“.
Tapfer weiter getanzt
Organisatorin Anke Spiegel zeigte sich insgesamt sehr zufrieden: „Es sind rund 200 Leute da. Obwohl es regnet, tanzen sie immer noch tapfer weiter“, sagte die Leiterin des Kulturbüros von KulturStadt Lev. Sie freut sich bereits auf nächsten Samstag. Dann findet der große Abschluss des Morsbroicher Sommers mit einem Licht- und Feuerspektakel statt. Im Regen stehen muss dabei laut Wettervorhersage keiner mehr: „Es sind 27 Grad und Sonnenschein angesagt“, sagt Spiegel frohen Mutes.
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