Opladen: Wassertest im Bad Talstraße
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 14.10.2009Opladen (RPO). Der Bau des Frei- und Hallenbades Talstraße nimmt Formen an. Die Gebäudekeller sind fast fertig, die Außenbecken durchsaniert. Im Zeitplan hängt die Stadt rund 14 Tage zurück. Diese Woche wird aber schon Wasser eingelassen.
Aus der Vogelperspektive wird die Dimension des städtischen Bad-Bauprojektes an der Talstraße erst richtig deutlich: Eingerahmt von den herrlichen Bäumen und vom satten Grün der Liegewiesen (unter der bis vor einigen Monaten eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe lag) zeigen sich die sanierten Außenbecken in hellem Blauton. Daneben wächst das neue, betongraue Gebäude aus dem Boden, in dem Technikräume und darüber die Hallenbadbereiche entstehen.
Der städtische Projektleiter Dieter Scholz führt mit Stolz über die Baustelle. Acht Millionen Euro steckt die Stadt in das Projekt. Damit werden zwei Schwimmorte an einem Standort konzentriert. Das Hallenbad Herzogstraße, laut Stadt nicht mehr vernünftig modernisierbar, fällt weg. Das Grundstück bekommt der Opladener Bauverein für Wohnbebauung. Das Kombibad senkt laut Stadt die Energiekosten um 70 Prozent, die Betriebskosten um 60 Prozent.
Bad-Daten
- Baubeschluss: 27. Juni 2005
- Baukosten: acht millionen Euro
- Finanzierung: Verkaufserlös RWE-Aktien und Grundstückserlös Bad Herzogstraße
- 50 Meter-Schwimmerbecken mit Fünf-Meter-Sprungturm, erbaut 1955 durch die Opladener Firma Hohns. Der Turm ist restauriert.
- 3500 Kubikmeter Wasser in den beiden Außenbecken. Nichtschwimmerbecken um 100 auf 800 Quadratmeter verkleinert.
- Solaranlage zur Erwärmung des Badewassers: Im Sommer deckt die Anlage 80 Prozent des Energiebedarfes, den Rest bringt das Blockheizkraftwerk.
Erster Belastungstest
Diese Woche lassen die Fachleute erstmals wieder Wasser in die Außenbecken. Als Schutz vor dem Frost und als Belastung für die Betonwannen. "Die Becken könnten sonst aufschwimmen", erklärt Badfachmann Scholz. Das wundert den Laien. "Schiffe sind auch riesig und schwer und schwimmen doch", sagt Scholz. Stimmt.
Die Außenbecken wurden inzwischen mit Kunststofffolien abgedichtet. Der 54 Jahre alte Sprungturm ist saniert, es fehlen nur noch die Treppen und die Geländer. Wiederverwertung ist auch im Technik bereich angesagt: Die Filtertanks des alten Bades sollen weiter mit für sauberes Wasser sorgen. "Die sind von 1998 und wie neu", sagt Scholz.
Neu in den alten Becken ist das Wasserverteilsystem. In regelmäßigen Abständen wird das gefilterte und desinfizierte Wasser durch Bodenöffnungen in die Becken gepumpt. Diese Vertikalströmung sorgt für lückenlosen Austausch des Wassers.
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