Leverkusen: Wenn Schnee am Unterboden frisst
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 05.01.2011Leverkusen (RPO). Es schrabbt und scheuert und schleift bei jedem Meter, den der Auto-Unterboden derzeit über die harschigen Schneehügel in der Mitte von nicht geräumten Nebenstraßen schrammt. So laut, dass manchem Autofahrer bange um den Wagen wird. Dagegen tun können Autofahrer momentan nichts, sagt Andreas Thöne von der Autowerkstatt Thöne & Schlössser in Opladen.
Er weiß aber Trost: "Eigentlich sollte nichts passieren, das Eis ist nicht so hart, dass der Unterboden zwangsläufig Schaden nimmt." Dennoch empfiehlt der Kfz-Meister, nach dem Schnee das Auto zu kontrollieren, es gegebenenfalls in einer Werkstatt genauer ansehen zu lassen. "Am besten ist vorher eine Unterbodenwäsche, um Salzreste zu entfernen."
Gefahr für Kunststoffstoßfänger
Kritisch werden kann es für die Kunststoffstoßfänger. Vor allem für die weit heruntergezogenen vorne. "Die sind meist tiefer als der Unterboden selbst", sagt Manfred Groß vom ADAC Technikzentrum Landsberg. Bei solchen Witterungsverhältnissen wie in den vergangenen Wochen sähe Groß lieber noch die alten Stoßstangen ("Es muss ja nicht immer Chrom sein, ein Mattschwarz ist viel unempfindlicher"). "Gerade beim Aus- und Einparken können an den Stoßfängern Kratzer, Risse und Brüche entstehen", sagt er. Auch Kunststoffabdeckungen am Unterboden können abgerissen werden. Groß stimmt mit Thöne überein: Abhilfe schaffen, das geht derzeit nicht.
Aber nach dem Schnee sollten Autofahrer sehr sensibel sein. "Es wäre übertrieben, zu empfehlen, sofort eine Werkstatt aufzusuchen", sagt der Experte. "Einfach mal auf die Knie gehen und unters Auto gucken. Alles, was da runterhängt, ist schlecht. Oder: Beim Fahren auf Geräusche des Wagens achten, die vorher nicht da waren."
Wer etwas findet oder aber sich unsicher ist, dem empfiehlt Groß, entweder bei einer zeitigen Jahresinspektion die Werkstatt zu bitten, auf Winterspätfolgen zu achten oder doch eine Werkstatt aufzusuchen. Thöne und Groß versichern: "Dem Motor kann durch die Mittelschneeinseln auf der Straße nichts passieren."
Die Stadt bei einem Schnee-Schaden auf nicht geräumten Nebenstraßen in die Regresspflicht zu nehmen, geht nicht, sagen die Juristen des ADAC. "Das geht nur dort, wo eine Räumpflicht seitens der Stadt besteht." Die gibt es in Leverkusen für Nebenstraßen laut Straßenreinigungssatzung nicht. "Für maximalen Winterdienst haben wir auch keine Kapazitäten", sagt Hans-Michael Bappert von den Technischen Betrieben (TBL). "Da, wo es in den Nebenstraßen notwendig ist, etwa, wo die Avea nicht durchkommt, um den Müll abzuholen, räumen wir, wenn wir können." In den Straßen allerdings, wo der Winterdienst auf die Anwohner übertragen wurde, "haben wir nichts verloren". Ob es wegen der aktuellen Müllabfuhr-Problematik Ausnahmen geben könnte, werde derzeit mit der Avea besprochen, sagt Bappert.
Kommt heute neues Salz?
Die Salzvorräte der Stadt sind weiterhin knapp: 25 Tonnen sind auf Lager. Für Morgen oder Freitag werde eine neue Lieferung von rund 28 Tonnen erwartet. "Ob sie tatsächlich kommt, ist ungewiss", sagt Bappert.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






