Leverkusen: Wenn Schüler Schülern Grenzen setzen
zuletzt aktualisiert: 10.10.2007Leverkusen (RPO). Seit einem halben Jahr läuft das Pilotprojekt „Schulschiedsstellen – Schüler setzen Grenzen“ in NRW. Leverkusen gehört zu den Pilotstädten. Anlass: Pöbeleien, Sachbeschädigung, Schulhofraufereien, Stören im Unterricht können Ausgangspunkt für Jugendgewalt sein, meint die Landesregierung. Weil der „erwachsene Zeigefinger“, wie Schulleiter Walter Kümmeler es nennt, nicht bei allen Schülern auf den fruchtbaren Boden der Einsicht trifft, sollen Gleichaltrige in den Schulschiedsstellen positiven Einfluss geltend machen.
Heißt: Dreiköpfige Gremien von Schülern verschiedener Schulformen können, wenn von Schulleitungen „Regelverletzungen“ gemeldet werden, eingreifen. Sie können gegebenenfalls auch eine Sanktion aussprechen. Dazu brauchen sie eine Ausbildung.
Die ersten Leverkusener Schüler haben sie im Frühjahr absolviert; sie lernten die Grundlagen des Straf- und Schulrechts kennen, trainierten Gesprächsführung und bekamen erklärt, wie man mit welchen Sanktionen auf welche Regelverletzung reagiert. Sanktionen können sein eine (öffentliche) Entschuldigung, Wiedergutmachung durch maximal 20 Sozialstunden auf dem Schulgelände, Schadenersatz oder Handy-Verbot. Kümmeler: „Meiner Meinung nach kann es sehr wirkungsvoll sein, wenn Schüler Schüler wegen etwas verdonnern. Dieses Konzept muss jetzt ausprobiert werden.“
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