Leverkusen: Wie Martin Rütter ohne Hund einen Abend lang hundeflüstert
VON SEBASTIAN LAULE - zuletzt aktualisiert: 06.09.2008Leverkusen (RPO). Der Mann zeigt durchaus Humor im Bezug auf seinen Job. „Hunde stinken, kosten Geld, wollen ständig fressen und kacken überall hin. Ist es nicht merkwürdig, dass wir sie trotzdem so gern haben?“, fragt Martin Rütter ironisch in die Runde. Der Hundepsychologe sprach am Donnerstagabend im Kinopolis über Beziehungsprobleme von Mensch und Hund: Manipuliert der Hund den Menschen? Welche Position hat er innerhalb der Familie und. Wird ein Hund zum Alphatier geboren?
Comedy statt Zeigefinger
Mit einem ernsthaften Vortrag über die Korrektur disziplinarischer Mängel beim Vierbeiner, damit die altbekannten Rufe wie „Der will nur spielen“ und „Keine Angst, der tut nichts“ demnächst ausbleiben, hatte der Abend allerdings wenig zu tun. Das Ganze erinnerte viel mehr an eine Comedyveranstaltung. Wenn Rütter nicht in Deutschlands Hallen unterwegs ist, macht der bekennende Pudelfan auch Hausbesuche für seine TV-Show „Der Hundeprofi“, in der er sich mit schwer erziehbaren Vierbeinern auseinandersetzt.
„Wer von Ihnen hat alles einen Hund zu Hause?“, erkundigte sich der Gastgeber zu Anfang. Die Frage schien berechtigt, an einem Donnerstag könnten sich einige seiner 200 Zuhörer auch aus anderen Gründen ins Kino verlaufen haben. Über 5500 Hunde haben bisher Rütters Training durchlaufen. „Die Probleme entstehen immer durch das Verhalten der Halter“, sagte der Übersetzer der tierischen Signale und startet damit seine Reise in die Psyche des Vierbeiners.
Warum verhält sich der Hund zu Hause anders als draußen? Weshalb bellen Hunde, wenn es an der Tür klingelt? Als Erklärungsmodell für die Mensch-Hund-Beziehung verwendet Rütter gerne Comics der Peanuts-Bande. Dazu gibt‘s immer wieder Ratschläge aus dem langjährigen Erfahrungsschatz des Hundeflüsterers. „Hunde werden fett durch zu viel Futter, nicht durch Kastration“ oder „groß und schwer bedeutet nicht automatisch gefährlich, vielleicht aber sabbernd“ und „es bedeutet keinen Weltuntergang, wenn der Hund auch mal auf dem Sofa liegen darf“: frei nach dem Motto Hunde, die schlafen beißen nicht.
Keine Demonstration am Objekt
Zwischen den Weisheiten legte der selbst ernannte Hundeversteher eine halbstündige Pause ein, damit seine Gäste Fragen an die anwesenden Hundetrainer seiner Firma richten oder im Fanshop stöbern konnten. Am Ende war auch ohne Demonstration am lebenden Objekt allen klar, Martin Rütter kann einem alten Hund noch Tricks beibringen.
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