Leverkusen: Wildcats proben für die Meisterschaft
VON SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 15.04.2010 - 15:45Leverkusen (RPO). Knappe englische Anweisungen knallen wie Peitschenhiebe durch die Sporthalle des Liese-Meitner-Gymnasiums: „One, two, three, four.” Trainerin Marion Schmitz ist hochkonzentriert, hat die Bewegungen ihrer Schützlinge streng im Blick. Eines wird schnell klar, bei dieser Generalprobe am Dienstagabend: Cheerleading ist kein Zuckerschlecken und weit mehr als bloßes Zujubeln.
Cheerleading
Meisterschaften Wahre Heerscharen von Cheerleadern reisen morgen, Samstag, 17. April, zur Regionalmeisterschaft West in der Smidt-Arena an: 127 Teams mit über 1600 Cheerleadern werden in Leverkusen erwartet. Los geht‘s wegen der großen Teilnehmerzahl früher als ursprünglich geplant, nämlich schon um 12 Uhr. Der Einlass beginnt eine Stunde vorher. Tickets sind zum Preis von 15 Euro an der Tageskasse erhältlich.
Cheerleader sind im Grunde nichts anderes als Publikumsanimateure. Die englische Bezeichnung setzt sich aus den Begriffen to cheer für Beifall und to lead für führen zusammen und bedeutet demnach (das Publikum) zum Beifall führen. Aus den Anfängen, als die Cheerleader tatsächlich nur für diese Aufgabe bestimmt waren, hat sich eine eigene Sportart entwickelt mittlerweile eben auch mit der Beteiligung von Jungs.
Nein, hinter den regelmäßigen Erfolgen der Leverkusener Wildcats, dem Cheerleading-Team des TSV Bayer 04, steckt viel harte Arbeit. Die soll sich wieder einmal auszahlen, wenn morgen in der Smidt-Arena die dritten Regionalmeisterschaften West stattfinden (siehe Info-Kasten). Die Wildcats sind auf Turnieren für ihre ausgefallenen Choreografien bekannt und räumen damit regelmäßig Preise ab. „Da freuen sich immer alle auf uns, weil wir ein ganz anderes Programm machen”, erzählte Marion Schmitz. Auch, weil die 20-jährige „Chefin” der Cheerleader sich ihre Trainer-Fähigkeiten selbst beigebracht und so einen ganz eigenen Stil entwickelt hat.
Ihr Training ist ambitioniert: „Es geht mir schon um Leistung, die Mädchen sollen das nicht zum Spaß machen, sondern beim Wettbewerb unter die ersten Drei kommen”, sagte Schmitz. Dafür verlangt sie auch sich selbst viel ab; neben ihrer Ausbildung als Kauffrau für Marketingkommunikation und den Wildcats bleibt nicht viel Zeit: „Arbeit, Training, Schlafen”, fasste sie lächelnd zusammen.
„Marion ist schon sehr streng, aber auch sehr gut”, urteilte Bastian Gans schmunzelnd. Der 23-jährige Auszubildende ist einer der insgesamt 16 männlichen Wildcats. Die stoßen zuweilen auf Verwunderung, wenn sie erzählen, dass sie bei den Cheerleadern sind: „Viele grinsen erstmal und fragen, ob man mit Pompons auftritt”, berichtete der männliche Cheerleader. „Aber die wissen meist gar nicht, was wir machen. Wenn man dann Videos zeigt, staunen sie nicht schlecht.” Ihn selbst begeistert vor allem die Vielseitigkeit des Sports: Boden-turnen, Akrobatik und Tanz fließen hier ein. „Außerdem sind wir wie eine große Familie und machen als Gruppe auch viel zusammen”, sagte er.
Dass der Spaß bei den Wildcats beileibe nicht zu kurz kommt, davon zeugt auch der ungeheure Zulauf, den die Bayer-Cheerleader erfahren. „Im vergangenen Jahr haben wir 40 neue Mitglieder bekommen, statt mit drei treten wir diesmal mit fünf Teams an”, berichtete Teammanagerin Anette Schmitz stolz. Zwei davon sind komplett neu: die „Youth Wildcats” und die „Tiny Wildcats”.
Letztere sind mit fünf bis elf Jahren die Jüngsten. Und „tiny” (Englisch für „winzig”) sind einige von ihnen wirklich, aber mit umwerfendem Elan und ansteckender Freude bei der Sache, wovon sich Eltern und Freunde bei der Generalprobe am Dienstag eindrucksvoll überzeugen konnten. „Die Eltern sind völlig begeistert”, erzählte Anette Schmitz zwischen zwei Kommandos. Und auch die anderen Teams legten bei der Probe gewohnt turbulente Auftritte hin, mit spektakulären Pyramiden und beeindruckenden Hebefiguren. „Wildcats”-Trainerin Marion Schmitz gab sich am Dienstag dementsprechend zuversichtlich: „Wir waren noch nie so gut vorbereitet!”
Die Generalprobe der Wildcats sehen Sie in unserem Video.
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