Leverkusen: Wird ein alter Traum wahr?
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Leverkusen (RPO). Der Museumsverein hat Pläne für einen zweckmäßigen Erweiterungsbau aus Sichtbeton hinter dem Schloss vorliegen. Dort könnte ein Kompetenzzentrum Fluxus entstehen, finanziert durch Privatpersonen und Landesmittel.
Das Museum Morsbroich wurde vom Internationalen Kunstkritikerverband (AICA) zum "Museum des Jahres" gekürt. Die Jury bescheinigte dem Haus ein "bemerkenswert hohes Niveau der Ausstellungstätigkeit". Bei der Bewertung spielten nicht nur die Schauen großer Künstler wie Gerhard Richter oder Candida Höfer eine Rolle. Ausdrücklich wurden die Aufarbeitung der Kunstrichtung Fluxus gewürdigt, sowie die Tatsache, dass Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann Stücke aus der Sammlung gerne zum Dreh- und Angelpunkt für Ausstellungen macht.
Auftraggeber Museumsverein
Über die Auszeichnung hat er sich riesig gefreut. Nach dem NRW-Titel "Ausstellung des Jahres" für seine Richter-Schau, sei das nun eine andere Kategorie. "Da haben Kritiker aus ganz Deutschland entschieden und das zeigt, dass man aufmerksam nach Leverkusen schaut", unterstreicht Heinzelmann. "Das ist auch eine tolle Auszeichnung für die Stadt." Es kommt genau zur rechten Zeit. Denn der Museumsverein hat gerade dafür gesorgt, dass man der Erfüllung des alten Traums von einem Erweiterungsbau für das Museum einen Schritt näher gekommen ist. Das Architekturbüro Kuehn/Malvezzi legte einen konkreten Plan für einen zweigeschossigen Pavillon vor, der im hinteren Schlosspark auf der Grenze zur Gustav-Heinemann-Straße Platz hätte. Auftraggeber war der Museumsverein.
Vostell-Ausstellung
Für den nächsten Sommer plant Dr. Markus Heinzelmann eine Happening-Ausstellung mit Arbeiten von Wolf Vostell im Museum Morsbroich. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Museo Vostell im spanischen Malpartida realisiert. Dort gibt es einumfangreiches und bislang ungehobenes Archiv mit Happening-Material.
Dass eine Stadt im Nothaushalt kein Geld für einen weiteren Museumsbau hat, ist allen Beteiligten klar. Doch wer private Mittel in Millionenhöhe einwerben will (geschätzt sind sechs Millionen für den Bau und acht Millionen für den Ankauf von Fluxus-Kunst), muss bei potentiellen Sponsoren oder Stiftern etwas vorweisen können, um sie zu begeistern.
Außerdem hatte Der NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhof bei der Übergabe von 23 Vostell-Arbeiten an das Museum Morsbroich finanzielle Unterstützung versprochen für ein "Kompetenzzentrum Fluxus" in Leverkusen. "Wir als Landesregierung werden gerne unseren Beitrag leisten, wir reichen die Hand", sagte er wörtlich und nannte auch gleich die damit verbundene Bedingung. Ein Drittel der Investitionen muss zunächst privat sichergestellt sein. Die "Manpower" für das Fluxuszentrum ist bereits seit Mitte Februar im Haus.
Neben der Betreuung der Grafik-Sammlung ist Dr. Fritz Emslander mit dieser Aufgabe betraut. Gerade bekam das Museum Fluxus-Stücke aus dem Nachlass von Mauricio Kagel und mancher Sammler könnte entscheiden, dass sein Besitz in Morsbroich sehr gut aufgehoben ist. "Fluxus und Erweiterungsbau gehören für uns zusammen", sagt Heinzelmann ganz klar.
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