Leverkusen: Zufriedener Schlossherr
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 25.08.2006Leverkusen (RPO). Dr. Markus Heinzelmann ist seit 100 Tagen als Leiter des Museums Morsbroich im Amt. Er will der Einrichtung ein unverwechselbares Gesicht geben und sein Ausstellungskonzept entsprechend ausrichten.
SCHLEBUSCH „Ich bin sehr zufrieden“, zieht Dr. Markus Heinzelmann eine erste Bilanz nach 100 Tagen im Amt als Leiter des Museums Morsbroich. Inzwischen habe er sich einen Überblick verschaffen können. Der Oberbürgermeister habe mit ihm eine exklusive dreistündige Stadtrundfahrt gemacht. Überhaupt fühlt sich der neue Schlossherr von Politik und Verwaltung positiv aufgenommen. Man sei noch sehr nachsichtig mit ihm, denn Bedarfsmeldungen in dreifacher Ausfertigung zu schreiben, darin ist er nicht geübt. Sechs Jahre hat Heinzelmann beim „Siemens Arts Programm“ gearbeitet und freie Wirtschaft bedeute: kurze Wege.
Gesellschaftliche Themen
„Ich werde mich an die längeren gewöhnen“ ist der 40-Jährige sicher. Er habe den Schritt bewusst getan. Seit 1999 konnte er in Zusammenarbeit mit Partnern ausschließlich kuratieren. „Das reine Paradies“ für einen Kurator, aber man stecke alle Ideen und Energien in fremde Häuser. Er wollte in ein „wunderbares Haus“, wie er das Schloss nennt, investieren und der Einrichtung ein unverwechselbares Gesicht geben. Entsprechend wird er sein Ausstellungskonzept ausrichten und vornehmlich Präsentationen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen realisieren. Wenn am 24. September die Ausstellung „V.I.P.3 - Arena der Abstraktion“ eröffnet wird, geht für ihn damit die „Ära Finckh“ in Leverkusen zu Ende. Auch Heinzelmann will in Abständen Schätze aus der eigenen Sammlung zeigen, aber nicht als rein „historische“ Schauen, sondern solche, die an einem Thema Sammlung und ganz aktuelle Kunstströmungen verbinden. Heinzelmann möchte den Standort Morsbroich als Ensemble mit den Teilen Restaurant, Museum, Kunstverein, Shop und Park stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen. Dazu hat er bereits erste Gespräche geführt, etwa der WFL den Ort für Kongresse und Tagungen vorgeschlagen.
Firmen wie Sparkasse oder Lanxess nutzten den geselligen und repräsentativen Rahmen bereits, wenn sie als Sponsor für Ausstellungen auftraten. Namhafte Konzerne hätten bereits bei ihm solche Kooperationen angefragt, so Heinzelmann.
Sein Wunsch ist, dass der Kunstverein das ganze Jahr über präsent ist, also regelmäßig alle Ausstellungen in den Remisen ausrichtet. Der Verein sollte dort investieren, statt Ankäufe für das Museum zu tätigen, wars eher Aufgabe des von Finckh gegründeten Museumsvereins sei. Kleinere Ausstellungen des Museums sollen nicht mehr in den Remisen, sondern im Dachgeschoss stattfinden, wo Heinzelmann auch wieder Grafik aus der eigenen Sammlung zeigen wird.
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