Opladen: Zum 100. will das KOK wieder in die Stadthalle
VON SEBASTIAN KUNIGKEIT - zuletzt aktualisiert: 11.01.2010Opladen (RPO). Während der tollen Tage schieben Karnevalisten bekanntlich alles auf den Nubbel. Gestern bot sich jedoch ein anderer Sündenbock an: "Kennen Sie Daisy?", fragte Uwe Krautmacher augenzwinkernd. "Was immer heute schief läuft – die ist schuld!" Allzu viel musste der Präsident des Komitees Opladener Karneval (KOK) dem Sturmtief jedoch nicht ankreiden, schließlich hatte dieses sich schon am Samstag ausgetobt. Noch dazu hatte das KOK in den winterfesten Scala Club geladen, um sein 75-jähriges Bestehen zu feiern.
1935 war das Festkomitee von den Opladener Karnevalsgesellschaften gegründet worden, um einen Rosenmontagszug zu organisieren. Senatspräsident Toni Blankerts, der seit vielen Jahren als "Opladener Nachtwächter" in die Bütt steigt, ließ die Geschichte des KOK Revue passieren. Dabei erinnerte er auch an den Einschnitt, den die kommunale Neugliederung 1975 für den Opladener Karneval bedeutete. "Es war schon schmerzhaft, keinen eigenen Prinzen mehr zu haben", gab er zu. Vor den 160 geladenen Gästen kam er jedoch zu einem positiven Ausblick: Karnevalistisch verstünden Opladen und Leverkusen sich heute als Partner. Und auch wenn das KOK keinen eigenen Prinzen mehr küren kann: Das Komitee schaut frohen Mutes in die Zukunft.
Präsident Krautmacher hofft jedenfalls, auch das 100. Jubiläum noch feiern zu können. "Vielleicht dann ja wieder in der Stadthalle", sagte er, und fügte verschmitzt hinzu: "Das sind ja noch 25 Jahre, hochgerechnet in Pächtern sind das ungefähr 30."
Auf den historischen Abstecher folgte ein buntes karnevalistisches Programm und viel jeckes Liedgut – dank vorbereiteten Liederheften gab es keine Ausrede, nicht mitzusingen. "Das ist für die, die zugunsten des KOK auf ihren sonntäglichen Kirchgang verzichtet haben", scherzte Krautmacher.
Doch so närrisch der Beginn um 11.11 Uhr auch sein mag, für manchen der Karnevalisten schien diese Zeit am Sonntag doch zu früh. Das Eis brach erst beim Auftritt der "Pänz vun Gereon". Die Nachwuchs-Karnevalisten feiern in dieser Session ebenfalls – nämlich das 40. Bühnenjahr der "Bläck Fööss". Die Pänz ehren die Kultband mit einer mitreißenden Hommage, einfallsreich und augenzwinkernd setzen sie deren Lieder in Szene. Das kam auch im Scala Club gut an.
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