Leverkusen: Zwei Mio Euro fürs Forum-Dach
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 24.07.2010Leverkusen (RPO). Zweite Runde der Sanierung am Forum Leverkusen: Bei gefühlt bis zu 70 Grad Celsius rücken Dachdecker der maroden Teer-Abdeckung seit Tagen zu Leibe. Doch Hitze ist keine Gefahr: Regenphasen dagegen könnten die Arbeit verzögern.
Wiesdorf Das Forum Leverkusen gestern Mittag: Fünf Dachdecker sind intensiv damit beschäftigt, letzte Stellen abzudichten – für den in den Wettervorhersagen angekündigten großen Regen darf es nicht den geringsten Ansatzpunkt geben. "Das wäre fatal", sagt Bauleiter Josef Weiden: Denn wenn Regenwasser durch die äußere Dachschicht auf das darunterliegende Trapezblech gelangen sollte, "läuft uns das Dach auf 3000 Quadratmetern Fläche voll", sagt der Leverkusener Architekt. Keine schönen Aussichten.
Dieser Gefahr begegnet die aus Bottrop stammende Dachdeckerfirma jedoch nicht zum ersten Mal. Die Profis kennen sich aus mit schwierigen Baustellen – wie eben dem Forum, das einige Herausforderungen an die ausführenden Fachunternehmen stellt. So können die Dachträger beispielsweise nur mit bis zu 60 Kilo pro Quadratmeter belastet werden. Entsprechend großflächig müsse alles Material verteilt werden, vor allem das schwere Bitumen, sagt Weiden.
Seit 2009 Denkmal
Im vergangenen Jahr kam das vom Architekten Ulrich von Altenstadt geplante Forum 40 Jahre nach seinem Bau zu Denkmalehren. Das Dach sorgte jedoch schon seit Jahren für Ärger. Bei einem Parteitag mussten sogar einmal Eimer im Saal aufgestellt werden, weil es von der Decke tropfte.
Terrassensaal und Foyer
Phase zwei der auf drei Jahre angelegten Dachsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes hat begonnen: Bis zur neuen Spielzeit nach den Ferien soll der Bereich über dem Terrassensaal und dem Foyer fertiggestellt sein. "Das ist jetzt der größte Bauabschnitt", bestätigt Andreas Wirtz vom Gebäudemanagement des städtischen Kulturbetriebs KulturStadtLev.
Mit dem langlebigen Dämmstoff Foamglas soll die löchrige Forum-Hülle, die in der Vergangenheit immer wieder geflickt werden musste, von Grund auf neu abgedichtet werden. Bitumen und eine äußere Kunststoff-Schicht kommen ebenfalls zum Einsatz – und das bei gefühlten bis zu 70 Grad Celsius, die in den vergangenen Tagen teilweise auf der Baustelle geherrscht haben. "Die Arbeiter muss man bewundern", betonen auch Weiden und Wirtz: "Da herrschen Zustände, die wirklich kein Vergnügen sind."
Und dann gilt es ja auch noch zu beachten, dass sich Bau-Bormen inzwischen geändert haben und das Forum unter Denkmalschutz steht. "All das wird dazu führen, dass das Dach am Ende der Arbeiten einige Zentimeter höher sein wird als heute", berichtet Gebäudemanager Wirtz. Dies werde man mit bloßem Auge allerdings nicht sehen können.
2,2 Millionen Euro kostet die Dachsanierung laut Auskunft von KulturStadt-Chefin Marion Grundmann: Der Kulturbetrieb übernehme jedoch nur einen Teil davon, den Rest der Summe trage die Stadt. Bis zur neuen Spielzeit soll der zweite Abschnitt abgeschlossen sein. "Beeinträchtigungen für das Publikum wird es also nicht geben", versichert Marion Grundmann. Allerdings sei die Gefahr von Verzögerungen durch Regen natürlich nicht von der Hand zu weisen, betonen die Bauexperten.
"Beim ersten Abschnitt im vergangenen Jahr hatten wir tatsächlich mehrere Wochen hintereinander Niederschläge", erinnert sich Architekt Weiden. Doch auch damals sei alles pünktlich fertig geworden: Notfalls arbeiteten die Dachdecker dann von morgens 4 Uhr bis abends 22 Uhr: "Das ist wirklich bewundernswert."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






