Volleyball: Am Tiefpunkt
VON RALPH ELSEN - zuletzt aktualisiert: 18.03.2009Leverkusens Volleyballerinnen setzten ihrer Misserfolgsserie mit der Pleite beim Tabellenletzten Aachen die Krone auf. Die Verunsicherung im Team wächst, Besserung ist vor dem Heimspiel gegen Olympia Berlin kaum in Sicht.
Die schlechte Serie hat sich längst zur sportlichen Krise ausgeweitet, und kurz vor Frühlingsanfang droht alles in Depression zu versinken. Leverkusens Volleyballerinnen haben nach ihrer rasanten Talfahrt den vorläufigen Tiefpunkt erreicht, auch die Partie beim bis dahin erst einmal siegreichen Tabellenletzten Alemannia Aachen brachte nicht die erhoffte Wende. Bayer verlor auch beim Aufsteiger mit 1:3 (22:25, 25:19, 23:25, 29:31) und handelte sich damit seine achte Niederlage in Folge ein. "Wir können es nicht schön reden, die Situation ist für uns alle sehr unangenehm", sagte Trainer Dirk Sauermann, der mit seinem Assistenten Zhong Yu nach der Rückkehr noch bis tief in die Nacht im Auto unter der Stelzenautobahn diskutierte.
Gesprächsbedarf gab es mal wieder reichlich nach der nächsten Pleite der Leverkusenerinnen vor 1400 enthusiastischen Fans der Alemannia. Mit dieser Unterstützung im Rücken machten sich die Aachenerinnen die Verunsicherung der Gäste zu Nutze und schafften sowohl im dritten Satz (nach 23:21-Führung der Leverkusenerinnen) als auch im vierten Abschnitt (Bayer lag 24:22 vorn) noch den Umschwung. "Unsere Möglichkeiten sind so eng gestrickt, dass es nur reicht, wenn alle Rädchen greifen", sagte Sauermann.
Davon freilich konnte auch in Aachen keine Rede sein. Gewaltige Lücken und Defizite taten sich vor allem im Block auf, weil die schwerfällige Lindsay Piccolini sich kaum einmal rechtzeitig zum Abwehrverbund am Netz einfand. Und auch die gesundheitlich angeschlagene Nadja Schaus baute nach ordentlichem Beginn zunehmend ab. Da halfen dann auch die starken Aktionen der zu jedem Moment bemühten Maren Brinker nicht mehr weiter, auch die junge Ann-Christin Quade spielte noch auf ansprechendem Niveau. "Die nervliche Belastung wächst mit jeder weiteren Niederlage. Am besten wäre es, die Mädchen würden ihren Kopf einfach mal ausschalten", meinte Sauermann. Das Knöpfchen dafür wird er lange suchen können.
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