Auch der Kapitän ist ratlos
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 13.10.2006Was ist los mit den Handballern des Leichlinger TV? „Eine richtige Erklärung habe ich nicht gefunden“, räumt Kapitän Bruno Scherer ein. Seit Saisonbeginn hagelt es Rückschläge: erst das Aus im Pokal, dann drei Niederlagen in der Regionalliga. Mit jeder Woche, die ohne Erfolg vergeht, wachsen Verunsicherung und Ratlosigkeit bezüglich des Leistungsvermögens. Klar ist: „Viele Dämpfer können wir nicht mehr hinnehmen“, betont Scherer, „denn mit jeder Woche wird es schwerer, unsere Köpfe frei zu spielen.“
Also sollte morgen tunlichst ein Sieg her. Es kommt der VfL Gladbeck (18.15 Uhr, Am Hammer). Ausgerechnet Gladbeck. Denn während der LTV noch die Niedergeschlagenheit abzuschütteln versucht, steht beim Gegner das Stimmungsbarometer auf dem Höhepunkt. Die Gladbecker berauschen sich nach dem Überraschungserfolg gegen Hagen letzte Woche weiter an der Tabellenführung, während die Schützlinge von Frank Lorenzet bereits aufpassen müssen, sich nicht in den unteren Regionen der Liga festzuspielen. Die Partie verspricht also ein Duell der Gladbecker Endorphine gegen Leichlinger Adrenalin zu werden – Glückshormone gegen Stresshormone.
Die Stärken des Gegners sind Lorenzet bekannt: „Das ist ein gewachsenes Team, gut eingespielt, und es schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle.“ Dass die Leichlinger sich morgen erfolgreich als Wellenbrecher betätigen, legt zumindest die Statistik nahe: In den vergangenen beiden Spielzeiten gelangen dem LTV vier Siege in vier Spielen gegen Gladbeck. Aber auf gute Vorzeichen vertraut Lorenzet nicht. „Wir hatten auch gegen Aachen bis zur letzten Woche nur gewonnen – so viel zu guten Omen“, sagt der Trainer und fordert: „Wir müssen dringend einen Sieg einfahren.“
Auf die Mithilfe von Fabian Kienbaum (Fingerbruch) muss Lorenzet weiterhin verzichten. Dass Thomas Küster knapp drei Wochen nach seiner Leisten-Operation in den Kader zurückkehrt, erscheint ebenfalls fraglich.
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