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Fußball: Auszeit mit Ansage

VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 08.03.2010

Ende einer Schweizer Serie: 24 Mal stand Tranquillo Barnetta in der Startelf. In Nürnberg erhielt Renato Augusto den Vorzug vor dem 24-Jährigen, mit dessen Einwechselung sich ein wenig Spielkultur im Offensivspiel einstellte.

Es hatte sich beim Köln-Spiel angedeutet. Gestern Nachmittag wurde es Gewissheit. Erstmals in dieser Saison verzichtete Bayer-Trainer Jupp Heynckes auf seinen Schweizer Dauerbrenner Tranquillo Barnetta in der Startaufstellung. Der 24-Jährige musste im ehemaligen Nürnberger Frankenstadion dem wiedererstarkten Renato Augusto weichen.

Bereits in der Halbzeitpause des rheinischen Derbys am vergangenen Samstag war der Arbeitstag des Schweizer Mittelfeldspielers beendet. Schon da hatte Heynckes die Variante mit Augusto auf der Außenbahn probiert – mit einigem Erfolg. In den Katakomben der BayArena lehnte Barnetta dann nach Abpfiff auch jede Frage nach einem Kommentar ab. Freundlich lächelnd wie immer, aber eben auch bestimmt. Schon da schien er gewusst zu haben, dass es in Nürnberg vorbei sein könnte mit seiner persönlichen Serie von 24 Spielen in Folge (vier Tore) in der ersten Elf.

Doch schon nach 30 Minuten musste der Schweizer gestern seinen Sitzplatz auf der Ersatzbank wieder aufgeben. Sein Trainer schickte ihn zum Warmlaufen, weil Renato nach einem Foul für alle sichtbar unrund auf dem Platz hin und her trabte und zuvor wahrlich keine Bäume ausgerissen hatte.

Doch es blieb zunächst beim Aufwärmen. Und so musste Barnetta weiter von draußen ansehen, wie mit seiner persönlichen Serie auch die Serie seiner Kollegen riss, die im verschneiten Nürnberg über eine Stunde lang einen so genannten gebrauchten Tag erwischt hatten. Nach 59 Minuten durfte der 24-Jährige ran, kam für den überforderten Stefan Reinartz. Und in Barnetta stellte sich plötzlich Spielkultur im Offensivspiel ein.

Er wirbelte, und um ihn herum starteten die Kollegen ihre Aufholjagd. Genauso wie diese nach dem 2:3 ins Stocken geriet, lief sich aber auch Barnetta zunehmend in der vielbeinigen Nürnberger Abwehr fest. Hätte er Minuten vor dem Abpfiff tatsächlich seine Chance zum 3:3 genutzt, er wäre der Held gewesen und hätte alle Argumente auf seiner Seite gehabt.

Doch auch so scheint seine Auszeit auf der Bank eine vorerst einmalige Sache gewesen sein. Weil sich sowohl Reinartz als auch Toni Kroos ihre fünfte Gelbe Karte abholten, werden gegen den HSV am Sonntag zwei Mittelfeldplätze frei. Sagen wollte Barnetta übrigens auch gestern wieder nichts.

Quelle: RP

 
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